DJV-Chef kritisiert "schwarze Liste" von AfD-Fraktionsvize

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DJV-Chef kritisiert "schwarze Liste" von AfD-Fraktionsvize

02.02.2019 - 14:11 Uhr

DJV-Chef kritisiert schwarze Liste von AfD-Fraktionsvize DJV-Chef kritisiert "schwarze Liste" von AfD-Fraktionsvize Politik
über dts Nachrichtenagentur

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Frank Überall, hat mit scharfer Kritik darauf reagiert, dass der stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Tino Chrupalla eine "schwarze Liste" mit Namen "unseriöser" Journalisten erstellen will. "Ein solches Vorgehen ist demokratiefeindlich - aber wen überrascht das bei Teilen der AfD noch", sagte Überall dem "Handelsblatt". Im Ton und in der Sache zeige der inzwischen bekannt gewordene "Leitfaden" an Parteimitglieder in Sachsen, dass die Parteiführung "ein Problem mit unabhängiger Berichterstattung" habe.

Überall befürchtet, dass die Empfehlungen geeignet seien, "eine nicht nur ablehnende, sondern auch gewaltbereite Stimmung gegen Journalisten zu schüren". Wenn bewusst Namen von angeblichen "Zersetzungsagenten" gesammelt würden, "besteht die Gefahr, dass es nicht bei der bloßen Erfassung und Informationsverweigerung bleibt", sagte der DJV-Chef. Wer gedacht habe, "die AfD würde angesichts der Einordnung als Prüffall durch den Verfassungsschutz jetzt zurückhaltender auftreten, wird aus Sachsen derzeit eines Besseren belehrt", so Überall weiter. Zum Schreiben Chrupallas sagte er: "Dass der AfD-Bundesverband dazu bisher schweigt, ist bezeichnend - dort scheint man Sympathie für das Vorgehen der sächsischen Parteifreunde zu haben." Die Kollegen aus den Medienhäusern sollten sich davon aber nicht irritieren lassen. Grundsätzlich sei es zwar nachvollziehbar, wenn Parteien in Wahlkampfzeiten ihre Mitglieder zur Geschlossenheit aufriefen und vor unbedachten Äußerungen in der Öffentlichkeit warnten. "Dass Journalistinnen und Journalisten aber als Feindbilder gebrandmarkt werden, ist aus meiner Sicht ein bewusster Angriff auf die Pressefreiheit", so Überall.

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Kommentare zu "DJV-Chef kritisiert "schwarze Liste" von AfD-Fraktionsvize"

Insgesamt 1 Kommentar vorhanden


Kommentar von MrTest
03.02.2019 16:07 Uhr

Die Journalisten sollten sich fragen warum sie auf einer Liste stehen, einige schreiben gezielt Hass gegen die AfD. Da ist es verständlich das man mit solchen Leuten nichts zu tun haben will, auch Journalisten haben sich an Regeln zu halten und müssen fair und neutral berichten.