Bundesregierung will softwaregest├╝tzte Verbrechensbek├Ąmpfung

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Bundesregierung will softwaregest├╝tzte Verbrechensbek├Ąmpfung

03.04.2018 - 17:24 Uhr

Bundesregierung will softwaregest├╝tzte Verbrechensbek├Ąmpfung Bundesregierung will softwaregest├╝tzte Verbrechensbek├Ąmpfung Politik
├╝ber dts Nachrichtenagentur

Die Bundesregierung bef├╝rwortet beim Kampf gegen Einbrecher auch den Einsatz softwaregest├╝tzter Prognosetechnologien zur Verbrechensvorhersage ("Predictive Policing"). Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums (BMI) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor. Das "Handelsblatt" berichtet in seiner Mittwochausgabe dar├╝ber.

Die Erfahrungen in einzelnen Bundesl├Ąndern zeigten, "dass gro├če elektronisch generierte Datenmengen, wenn diese systematisch analysiert und verarbeitet werden, ein zus├Ątzlicher Baustein im Rahmen einer Gesamtstrategie zur Bek├Ąmpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls sein k├Ânnen, insbesondere als wirkungsvolle Erg├Ąnzung der kriminalpolizeilichen Einsatzplanung und Ermittlungst├Ątigkeit", hei├čt es in der Antwort. Vor allem f├╝r die Beurteilung der "Kriminalit├Ątslage" k├Ânnten die aus polizeilicher Prognosesoftware erlangten Vorhersagen hilfreich sein. "Gewonnene Erkenntnisse ├╝ber Tatortschwerpunkte bzw. Tatserien k├Ânnten somit als Entscheidungsgrundlage f├╝r schlicht-hoheitliche Ma├čnahmen dienen", schreibt das Ministerium. Beim Predictive Policing (deutsch: vorhersagende Polizeiarbeit) geht es darum, mithilfe einer Prognosesoftware die Wahrscheinlichkeit von Einbr├╝chen vorherzusagen. Das Programm soll Muster erkennen, nach denen Einbrecher vorgehen. Der Software liegt die Annahme zugrunde, dass professionelle Einbrecher nach einer Tat wahrscheinlich zeitnah und nicht weit entfernt erneut zuschlagen. In den Sicherheitsbeh├Ârden des Bundes wird das Predictive Policing laut BMI derzeit weder genutzt noch entwickelt. Das Bundeskriminalamt (BKA) beobachtet lediglich im Rahmen seiner Zentralstellenfunktion die unterschiedlichen L├Ąnderprojekte zur "Kriminalit├Ątsvorhersage" und bietet eine "Plattform f├╝r den Erfahrungsaustausch" zwischen Bundes- und L├Ąnderpolizeien. F├╝r die in den jeweiligen Bundesl├Ąndern angewandten Verfahren werden personenbezogene Daten nach Aussage des Ministeriums weder genutzt noch von der Vorhersagesoftware gespeichert. Als Basis f├╝r die Berechnungen dienen den Angaben zufolge "ph├Ąnomenbezogene historische Daten". Die Prognoseerstellung bezieht sich zudem auf "konkrete, abgegrenzte Gebiete". Der FDP-Innenexperte Benjamin Strasser kritisierte, dass gerade die L├Ąnder vers├Ąumt h├Ątten, trotz der anstehenden Pensionierungswelle ausreichend Polizeibeamte auszubilden. Und er betonte in diesem Zusammenhang, dass kein Computerprogramm die Beamten vor Ort mit ihren Erfahrungswerten ersetzen k├Ânne. "Nur Polizisten fangen Einbrecher, keine Software", sagte Strasser dem "Handelsblatt". "Ich habe gro├če Zweifel, ob Predictive Policing eine sinnvolle Investition ist oder ob das Geld nicht besser in anderen technischen Neuerungen wie Tablets oder verschl├╝sselten Messenger-Diensten f├╝r eine digitale Fahndungsarbeit gesteckt werden sollte."

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