Stadtwerken drohen bundesweit tiefe Einschnitte

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Stadtwerken drohen bundesweit tiefe Einschnitte

03.07.2017 - 18:14 Uhr

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über dts Nachrichtenagentur

Den Stadtwerken in Deutschland drohen dramatische Zeiten mit deutlichen Einschnitten. Für zwei Drittel der kommunalen Versorger in Deutschland würden sich die finanziellen Kennzahlen bis 2020 "erheblich verschlechtern", heißt es in der Analyse von Euler Hermes Rating, über die das "Handelsblatt" berichtet. Euler Hermes Rating ist eine unabhängige und eigenständige europäische Ratingagentur.

Sie gehört zu Euler Hermes, dem Weltmarktführer für Kreditversicherungen. "Zur Erschließung neuer Erlösquellen und Technologien müssen die Stadtwerke ihre Organisationsstrukturen grundlegend verändern und die Kapitalmarktfähigkeit ihrer Geschäftsmodelle erhöhen", sagte Karl Holger Möller, verantwortlich für die Bewertung kommunaler Unternehmen bei Euler Hermes Rating, dem "Handelsblatt". "Hier ist es für einige Stadtwerke bereits fünf nach zwölf", warnte er. Insbesondere der steigende Wettbewerbsdruck und der zunehmende Kapitalbedarf stellt die Kommunalversorger vor enorme Probleme. "Wir sehen eine Welle der Konsolidierung auf die Stadtwerke in Deutschland zurollen", sagte Möller. Einige der 900 Kommunalversorger werden umdenken müssen: "Sowohl Zusammenschlüsse als auch Kooperationen können zum Ziel führen. Es gibt da keinen Königsweg", sagte Ralf Garrn, Geschäftsführer von Euler Hermes Rating. Auch Kooperationen mit branchenfremden Partnern sind denkbar. "Es kann für viele Stadtwerke erfolgversprechend sein, sich hochinnovative Partner zu suchen", sagt Möller. Damit seien nicht nur die US-Internetkonzerne gemeint, sondern auch Unternehmen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern. "Darunter können auch Start-ups sein." Der Analyse zufolge wird sich die durchschnittliche Marge auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 10,8 Prozent im vergangenen Jahr auf 8,4 Prozent im Jahr 2019 verschlechtern. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Roce) wird sich im selben Zeitraum von 8,2 auf 2,5 Prozent verringern. Im Gegenzug wird sich der Verschuldungsgrad von 53,3 Prozent auf 61 Prozent erhöhen, während das Eigenkapital branchenweit zusammenschmilzt. Entsprechend dürfte sich die Kreditwürdigkeit der Kommunalversorger deutlich verschlechtern.

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Kommentare zu "Stadtwerken drohen bundesweit tiefe Einschnitte"

Insgesamt 4 Kommentare vorhanden


Kommentar von PurpleColumbine
04.07.2017 19:43 Uhr

Drastische Einschnitte gab es schon vor Jahren bei den Stadtwerken. Die Düsseldorfer Stadtwerke sollte auch privatisiert werden. Davon hat man dann allerdings erst einmal Abstand genommen.

Kommentar von GoldSaver
04.07.2017 04:34 Uhr

Das sind ja nicht gerade rosige Progrnosen für die Deutschen Stadtwerke.

Ich hoffe mal, das es zumindest nicht ganz so schlimm kommt, das wäre sicherlich auch für die Bürger nicht gerade vorteilhaft, wenn die Ratingagentur mit ihrer Prognose Recht behalten würde.

Kommentar von Senator67
04.07.2017 00:08 Uhr

Das lernt schon jeder Kaufmann im ersten Lehrjahr, man kann nue so viel ausgeben wie man auch hat. Vielleicht lernen es die Komunen jetzt auch einmal.

Kommentar von moonraker2005
03.07.2017 22:16 Uhr

Ich kann garnicht verstehen warum es den Stadtwerken so schlecht geht. Woran mag es liegen? Vielleicht wird auch nicht gut gewirtschaftet. Ich weiss es nicht.