Sportrechtler Schimke: Vorverurteilung der FIFA unbegrĂŒndet

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Sportrechtler Schimke: Vorverurteilung der FIFA unbegrĂŒndet

19.06.2018 - 08:13 Uhr

Sportrechtler Schimke: Vorverurteilung der FIFA unbegrĂŒndet Sportrechtler Schimke: Vorverurteilung der FIFA unbegrĂŒndet Sport
ĂŒber dts Nachrichtenagentur

Der DĂŒsseldorfer Sportrechtler Martin Schimke sieht allein in der Tatsache, dass der Fußball-Weltverband FIFA bei der WM in Russland Dopingkontrollen selbst durchfĂŒhrt, keinen Grund, per se an QualitĂ€t und Transparenz der Kontrollen zu zweifeln. "Das kann man natĂŒrlich kritisieren als eine verbandsinterne Entscheidung, die strategisch unglĂŒcklich wirkt und angesichts heutiger Forderungen der Öffentlichkeit an Transparenz nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸ erscheint", sagte der Richter am Internationalen Sportgerichtshof CAS der "Rheinischen Post" (Dienstagsausgabe). "Man mĂŒsste sich aber auch fairerweise erst einmal angucken, wie die FIFA denn ihre Kontrollen durchfĂŒhrt. Der Vorwurf, der laut wird, ist ja der, die FIFA kontrolliere lasch oder gar nicht und verschleiere im Zweifelsfall positive Proben. Das kann ich ĂŒberhaupt nicht beurteilen. Aber allein, dass die FIFA selbst kontrolliert, heißt nicht, dass es schlecht sein muss. Auch andere internationale VerbĂ€nde fĂŒhren selbst Tests durch."

Schimke warb zudem dafĂŒr, beim Thema Doping die Bandbreite der Vergehen der Öffentlichkeit besser zu kommunizieren. "FĂŒr mich ist der Begriff `Doping` an sich schon unglĂŒcklich. Nach gut 20 Jahren am CAS kann ich sagen: Doping ist nicht gleich Doping. Es geht auch hier von der kleinen Ordnungswidrigkeit bis zum Mord. Es gibt systematisches Blutdoping mit Blutkonserven und DiplomatenpĂ€ssen, es gibt aber auch kontaminiertes Fleisch, die Manipulation durch einen Konkurrenten oder bestimmte UmwelteinflĂŒsse, die eine positive Probe zum Resultat haben. Wir brĂ€uchten im Prinzip verschiedene Vokabeln fĂŒr verschiedene Dopingvergehen. Das wird in der öffentlichen Wahrnehmung bisher alles ĂŒber einen Kamm geschert, und eine reflexartige Vorverurteilung ist dem Anti-Doping-Kampf ĂŒberhaupt nicht förderlich."

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