Schriftsteller Akhanli kritisiert bisherige Türkei-Politik Deutschlands

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Schriftsteller Akhanli kritisiert bisherige Türkei-Politik Deutschlands

27.08.2017 - 04:00 Uhr

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über dts Nachrichtenagentur

Der aus der Türkei stammende deutsche Schriftsteller Dogan Akhanli, gegen den ein Auslieferungsverfahren in Spanien läuft, hat die bisherige Türkei-Politik der Bundesregierung kritisiert. "Deutschland hatte zu lange zu viel Geduld mit Erdogan", sagte Akhanli der "Welt am Sonntag". "Dieser Ansatz ist gescheitert."

Der türkische Staatspräsident Erdogan, so Akhanli weiter, "missversteht diese Zurückhaltung als ein Zeichen von Schwäche. Er zieht daraus den Schluss, dass er mit Europa alles machen kann. Und er unterschätzt Europas Möglichkeiten massiv. Man muss ihm jetzt Grenzen aufzeigen." Im Juli hatte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) mit Zustimmung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Wende im Verhältnis zur Türkei verkündet und dabei eine restriktivere Exportpolitik sowie verschärfte Reisehinweise für das Land genannt. Anders als einige deutsche Politiker spricht sich Akhanli jedoch gegen ein Ende des EU-Beitrittsprozesses der Türkei aus. Europa müsse die Zivilgesellschaft in der Türkei und den friedlichen Dialog im Land stärken. Der Regierungskritiker Akhanli, der seit seiner Flucht aus der Türkei in den 90er-Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, war am Samstag vergangener Woche in Spanien festgenommen worden, weil die Türkei über eine Interpol-Meldung seine Auslieferung beantragt hatte. Die spanischen Behörden ließen ihn anderntags unter der Auflage frei, das Land nicht zu verlassen, bis über seine Auslieferung in die Türkei entschieden sei. Am Samstag erklärte Interpol, die Suchmeldung sei wieder gelöscht worden. Ob das spanische Auslieferungsverfahren gegen Akhanli eingestellt wird, ist aber noch unklar.

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Kommentare zu "Schriftsteller Akhanli kritisiert bisherige Türkei-Politik Deutschlands"

Insgesamt 2 Kommentare vorhanden


Kommentar von Freddie32
28.08.2017 12:47 Uhr

das ist wohl richtig,zu lange zu viel geduld statt dessen erdogan uns mehr und mehr an der nase rum spielt und uns nicht mehr ernst nimmt.
Da muss sich etwas ändern.

Kommentar von moonraker2005
27.08.2017 11:45 Uhr

Vor allem CDU und CSU waren schon immer sehr distanziert was die Türkei angeht. Man kann sagen das sie durch ihre jahrelange Türkeipolitik ein gewisses mass am Mitschuld an der Situation tragen.