Ex-Bildungsministerin Wanka für Zentralabitur

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Ex-Bildungsministerin Wanka für Zentralabitur

01.08.2019 - 12:41 Uhr

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über dts Nachrichtenagentur

Die frühere Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) unterstützt den Ruf nach einem Zentralabitur in Deutschland und mahnt zur Eile. "Wir brauchen ein deutschlandweites Zentralabitur. Das ist für die Mobilität der Eltern innerhalb Deutschlands wichtig", sagte Wanka dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Freitagsausgaben).

"Ein Zentralabitur ist auch zum Vorteil der Schüler. Es geht um Vergleichbarkeit und Gerechtigkeit zum Beispiel bei der Bewerbung um Studienplätze", fügte sie hinzu. "Gefordert ist der politische Wille, das Zentralabitur Wirklichkeit werden zu lassen. Aus meiner Sicht könnte es dann sehr schnell gehen", sagte sie. Auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sprach sich für ein Zentralabitur aus und forderte ein möglichst hohes Niveau ein. "Ziel sollte sein, das Niveau von Ländern wie Sachsen, Bayern oder Baden-Württemberg zum Standard eines Zentralabiturs zu machen", sagte er dem RND. Er verstehe, dass die Debatte populär sei. "In Wahrheit liegen jedoch laut Pisa-Studie zum Beispiel zwischen Sachsen und Bremen zwei Schuljahre Abstand im Niveau der Hochschulreife", ergänzte er. Die Einführung eines Zentralabiturs setzt voraus, dass in allen Bundesländern ein ähnliches Bildungsniveau herrscht. "Da ist viel passiert in den vergangenen fünf Jahren, aber es reicht noch nicht", so der Ministerpräsident. Wanka, die von Februar 2013 bis März 2018 als Bundesbildungsministerin im Amt war, fügte hinzu: "Ich bin auch als Bundesministerin immer eine Verfechterin des föderalen Systems im Bildungsbereich gewesen." Man müsse die Schule im Schwarzwald anders gestalten als in einer Großstadt, in der ein hoher Anteil der Schüler Migrationshintergrund habe. "Die Wege, wie man Schule gestaltet, können sehr unterschiedlich sein." Aber es gehe "um Standards für die Vergleichbarkeit der Ergebnisse". Wanka, die vor ihrer Zeit als Bundesministerin auch Landesministerin in Brandenburg und Niedersachsen war, sagte, die Kultusminister seien mit dem gemeinsamen Aufgabenpool den ersten Schritt gegangen. "Sie sollten sich mit weiteren Schritten aber nicht wieder so lange Zeit lassen", sagte sie. "Es gibt keinen Grund, die Sache jetzt noch einmal fünf Jahre zu diskutieren." Mit Blick auf den Widerstand in einigen Landesregierungen sagte Wanka, die Länder müssten nicht um ihre Kompetenzen fürchten: "Für ein Zentralabitur ist es überhaupt nicht nötig, das Grundgesetz zu ändern und die Rechte der Länder zu beschränken." Den Weg zu einem Zentralabitur beschrieb sie so: "Die Länder können sich in einem Staatsvertrag auf das Zentralabitur verständigen – und gemeinsam regeln, wie es aussehen soll. Sie müssen es aber eben auch tun." Wanka warnte vor negativen Folgen für die Länder für den Fall, dass sich nichts bewegt: "Für die Akzeptanz des Bildungsföderalismus ist es wichtig, die Frage eines Zentralabiturs zu lösen."

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