Duisburg verzeichnet höchtes Armutsrisiko unter 15 größten Städten

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Duisburg verzeichnet höchtes Armutsrisiko unter 15 größten Städten

01.07.2022 - 02:01 Uhr

Duisburg verzeichnet höchtes Armutsrisiko unter 15 größten Städten Duisburg verzeichnet höchtes Armutsrisiko unter 15 größten Städten Wirtschaft
√ľber dts Nachrichtenagentur

In keiner der gr√∂√üten deutschen St√§dte sind so viele Menschen von Armut bedroht wie in Duisburg. Die nordrhein-westf√§lische Stadt ist Spitzenreiter unter den 15 gr√∂√üten St√§dten bei der so genannten Armutsrisikoquote, geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine schriftliche Frage der Linken-Abgeordneten Susanne Ferschl hervor, √ľber die die "Rheinische Post" in ihrer Freitagausgabe berichtet. Demnach lag der Anteil der Menschen mit einem Einkommen von weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Verdienstes 2021 in Duisburg bei 28,9 Prozent der Gesamtbev√∂lkerung.

Bundesweit betrug die Armutsrisikoquote im vergangenen Jahr auf Basis des Mikrozensus 16,6 Prozent. Auf der Rangliste der gr√∂√üten St√§dte mit den h√∂chsten Armutsrisikoquoten folgen Bremen mit 26,8 Prozent, Dortmund mit 24,5 Prozent und Leipzig mit 23,7 Prozent. Auch in Frankfurt am Main und Hannover (beide 22,6 Prozent) und Essen (22,0 Prozent) ist das Armutsrisiko noch vergleichsweise hoch. Im Mittelfeld bewegen sich D√ľsseldorf (21,3 Prozent), K√∂ln (21,2 Prozent) und N√ľrnberg (20,2 Prozent). Unerwartet gut schneidet auch noch die Hauptstadt Berlin mit einer Armutsrisikoquote von 19,6 Prozent ab - das ist relativ gutes Ergebnis, da in Berlin mehr als ein Viertel aller privaten Haushalte Hartz IV beziehen. Am wenigsten armutsgef√§hrdet sind die Menschen in Hamburg (17,3 Prozent), Dresden (16,9), Stuttgart (16,0) und M√ľnchen (11,3 Prozent). Die bayerische Metropole weist mit Abstand den niedrigsten Anteil armutsgef√§hrdeter Menschen auf, obwohl in M√ľnchen die Preise f√ľr Wohnen besonders hoch sind. In der EU gilt als armutsgef√§hrdet, wer √ľber weniger als 60 Prozent des mittleren mit der neuen OECD-Skala gewichteten Einkommens verf√ľgt. Die Quote gilt als wichtiger Indikator f√ľr wirtschafts-, struktur- oder sozialpolitische Ma√ünahmen, die zur Einkommensverbesserung in einer Region beitragen k√∂nnen. <P>"Armut in Deutschland nimmt deutlich zu, besonders in Gro√üst√§dten", sagte Linken-Fraktionsvize Susanne Ferschl. "Betroffene Menschen leiden unter den aktuell immer weiter steigenden Lebensmittel- und Energiepreisen und haben pure Existenz√§ngste." Die Bundesregierung m√ľsse die Regels√§tze der Grundsicherung und das Wohngeld erh√∂hen und Geringverdiener mit Zusch√ľssen unterst√ľtzen.

Doch statt dessen habe Berlin mit dem Tankrabatt den Mineral√∂lkonzernen Milliarden an Steuergeldern geschenkt, kritisierte die Linken-Politikerin. "Die Bundesregierung muss jetzt endlich wirksam handeln, um den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft nicht weiter zu riskieren. N√∂tig ist ein Sonderverm√∂gen f√ľr soziale Gerechtigkeit", forderte Ferschl.

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