DIW-Präsident wirft Weidel "Spiel mit dem Feuer" vor

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DIW-Präsident wirft Weidel "Spiel mit dem Feuer" vor

17.05.2018 - 05:00 Uhr

DIW-Präsident wirft Weidel Spiel mit dem Feuer vor DIW-Präsident wirft Weidel "Spiel mit dem Feuer" vor Politik
über dts Nachrichtenagentur

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat der AfD-Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel vorgeworfen, mit ihren Äußerungen zur Einwanderungs- und Asylpolitik der Bundesregierung Deutschland zu schaden. "Die populistischen Attacken gegen Migranten sind ein Spiel mit dem Feuer. Das Wirtschaftsmodell und der Wohlstand Deutschlands hängen von offenen Grenzen und gegenseitiger Toleranz ab", sagte Fratzscher dem "Handelsblatt".

"Wenn im Ausland Menschen so über Deutschland und über Deutsche sprächen, wie dies manche Politiker in Deutschland über Migranten tun, dann würden wir nur wenige unserer Güter ins Ausland verkaufen können und viele Millionen guter Jobs wären gefährdet." Der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, plädierte dafür, der AfD-Fraktionschefin nicht zu viel Aufmerksamkeit zu schenken. Er nahm dabei Bezug auf Siemens-Chef Joe Kaeser, der Weidel auf Twitter vorgeworfen hatte, mit ihrem Nationalismus "dem Ansehen unseres Landes in der Welt" zu schaden. "Frau Weidel hat die Maske ihrer gespielten Wohlanständigkeit wieder einmal fallen gelassen und versucht mit menschenfeindlichen Äußerungen Aufmerksamkeit zu erhaschen", sagte Horn dem "Handelsblatt". "Herr Kaeser hat ihr leider den Gefallen getan, zu reagieren." Das sei sicherlich gut gemeint gewesen, helfe aber nicht weiter. "Betretenes Schweigen jenseits des verdienten Schäuble‘schen Ordnungsrufs wäre angemessen gewesen." Der ökonomische Inhalt der Debatte sei jedenfalls "der weiteren Rede nicht wert". Weidel hatte zum Auftakt der Generalaussprache im Bundestag Protest der anderen Fraktionen provoziert und sich eine Rüge von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) eingehandelt. Mit Blick auf die Einwanderungs- und Asylpolitik der Bundesregierung hatte die 39-Jährige gesagt: "Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern." DIW-Chef Fratzscher bezeichnete es hingegen als eine der "wichtigsten und auch schwierigsten Herausforderungen" für Deutschland in den kommenden zehn Jahren, nicht nur Zuwanderer, sondern auch viele Deutsche in unsere Gesellschaft und den Arbeitsmarkt zu integrieren. "Denn Deutschland wird durch seine demographische Schwäche immer stärker auf Zuwanderung angewiesen sein, um den zunehmenden Fachkräftemangel zu dämpfen, die Sozialversicherungssysteme zu unterstützen und Wachstum und Wohlstand zu sichern", sagte der DIW-Chef. "Dies erfordert vor allem Toleranz und Offenheit, die leider bei manchen Politikern noch fehlen."

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Kommentare zu "DIW-Präsident wirft Weidel "Spiel mit dem Feuer" vor"

Insgesamt 2 Kommentare vorhanden


Kommentar von CgoL81
17.05.2018 12:29 Uhr

Was ist an "Messermännern" menschenfeindlich? Jeder weiß um wen es geht, weil es zur Gewohnheit geworden ist. Und Burka- und Kopftuchträgerinnen gehören nun wahrlich nicht zum Zielklientel deutscher Waren!! Den Ehemännern der Kopttuchmädchen (Zwangsheirat und so...) ist das merklich egal, solange sie mit deutschen Auto protzen können und über ihre Minderwertigkeitskomplexe ablenken können.

Kommentar von Kneipenchef
17.05.2018 05:36 Uhr

Man mag die Wahrheit halt nicht hören. Wenn es erforderlich ist Hunderttausende Wirtschaftsflüchtlinge zu verhalten um unsere Waren im Ausland zu verkaufen stimmt etwas nicht. Zum Fachkräftemangel gibt es nur eins zu sagen: Bildet unsere Jugend endlich vernünftig aus, dann hat sich das Problem erledigt.