Wöhrl kritisiert "Wildwest-Methoden" bei Air-Berlin-Insolvenz

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Wöhrl kritisiert "Wildwest-Methoden" bei Air-Berlin-Insolvenz

21.08.2017 - 20:41 Uhr

Wöhrl kritisiert Wildwest-Methoden bei Air-Berlin-Insolvenz Wöhrl kritisiert "Wildwest-Methoden" bei Air-Berlin-Insolvenz Wirtschaft
über dts Nachrichtenagentur

Der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl sieht Ungereimtheiten im Zuge der Insolvenz von Air Berlin. Es gebe "viele Verstöße gegen Corporate Governance", also rechtmäßiger Unternehmensführung, sagte Wöhrl der "Welt" (Dienstagausgabe). Der 69-Jährige spricht von "Wildwest-Methoden", wie der Lufthansa von der Politik der Einstieg bei Air Berlin erleichtert werde.

"Der Staat soll nicht scheinheilig auf Corporate Governance pochen, wenn man selbst mit den Spitzenpolitikern genau das Gegenteil tut", beklagt der Unternehmer. So sei Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann in diesem Insolvenzverfahren den Gesellschaftern, also den Aktionären verpflichtet und Wöhrl sei selbst über seine Firma Intro bei Air Berlin mit einem kleinen Anteil beteiligt. Wöhrl kritisiert vor allem das Drehbuch, wie die Lufthansa an die Strecken und Flugzeuge von Air Berlin kommen soll. "Wenn die Lufthansa Air Berlin übernimmt, dann haben wir im innerdeutschen Markt ein reines Monopol und da kommt auch kein anderer mehr rein", prognostiziert Wöhrl. Er bekräftigte, dass er über seine Gesellschaft Intro-Verwaltungs GmbH gemeinsam mit Partnern aus der Branche und Finanzinvestoren bei der Air-Berlin-Dachgesellschaft einsteigen und die Gruppe als Ganzes erhalten will. "An einer Teillösung sind wir nicht interessiert, das können andere besser", sagte der Unternehmer. Wöhrl fordert jetzt Zugang zum Datenraum von Air Berlin, um alle Verträge und Daten zu prüfen und dann ein Angebot vorzulegen. "Nach unserem heutigen Wissen ist das alles handelbar. Es gibt durchaus eine Chance." Wöhrl weist Vorwürfe entschieden zurück, er sei ein Trittbrettfahrer und wolle sich nur profilieren. Dies sei eine Unverschämtheit mit Blick auf die Kompetenz seiner Luftfahrtgruppe und seine Beteiligung am Aufbau der heutigen Air Berlin. Die von ihm früher geführten Fluggesellschaften Deutsche BA, LTU und gexx seien wichtige Bausteine der heutigen Air Berlin. Selbst die Lufthansa-Billigflugtochter Eurowings hat ihre Wurzeln unter anderem in dem von ihm gegründeten Nürnberger Flugdienst (NFD). Nach Wöhrls Kenntnis hätte von den angeblich zehn Interessenten für Air Berlin bislang nur einer Zutritt zu dem Datenraum bekommen. "Ich weiß von einem ganz seriösen Weltkonzern, die sagten, ich will Zugang zum Datenraum und habe die Vertraulichkeitserklärung unterschrieben - aber bis heute keinen Zugang bekommen." Angeblich habe die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG jetzt den Auftrag, Ordnung in das Verfahren zu bringen. Wöhrl sieht sich in der Lage, ein Angebot für die Air-Berlin-Gruppe zu unterbreiten. Die von ihm gegründete Intro sei "nicht arm" und soll mindestens 51 Prozent an der künftigen Air Berlin halten. Er strebe eine direkte Beteiligung an und nicht eine verschachtelte Struktur mit einer Zwischenholding. "Unser Ziel ist, die bestehende Air Berlin plc zu übernehmen."

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Kommentare zu "Wöhrl kritisiert "Wildwest-Methoden" bei Air-Berlin-Insolvenz"

Insgesamt 5 Kommentare vorhanden


Kommentar von Freddie32
24.08.2017 15:22 Uhr

In der ganzen sache spielt auch lufthansa eine große rolle die wohl mit all dem auch zusammenhängen könnte und aufkaufen will.
man kann nur abwarten wie sich das weiter entwickelt.

Kommentar von GoldSaver
23.08.2017 10:36 Uhr

Natürlich sollte man Gesetze so oder so einhalten, aber wenn man besonders auf Gesetze pocht und diese dann doch nicht selbst einhält, finde ich das noch verwerflicher. Ob das hier so passiert ist, kann ich nicht beurteilen, ich kann nur hoffen, das es alles der Richtigkeit nach geschieht.

Kommentar von Eckhard
22.08.2017 07:13 Uhr

Da man mittlerweile keiner Firma mehr trauen kann, weil überall nur noch der Gewinn steht und sonst nichts, weiß man nicht was so alles getrickst wurde um alles ein wenig hinzubiegen und seriös erscheinen zu lassen.

Kommentar von moonraker2005
21.08.2017 22:02 Uhr

Ich kann nicht beurteilen ob das bei der Air Berlin Insolvenz alles korrekt abgeht. Doch ich vertraue mal den Behörden das es alles nach Recht und Gesetz geschehen wird.

Kommentar von moses1972
21.08.2017 20:51 Uhr

Naja wildwest ist schon ein hartes Wort. Ich denke nicht das da Wildwest gemacht wird. Ich denke man schaut nach der besten Lösung für alle Seiten, hoffe ich.