Wirtschaftsvertreter fordern zügige Regierungsbildung

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Wirtschaftsvertreter fordern zügige Regierungsbildung

08.10.2017 - 04:00 Uhr

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über dts Nachrichtenagentur

Aus Sorge vor einer wirtschaftlichen und politischen Instabilität des Landes haben sich Vertreter aus Industrie und Politik für eine zügige Regierungsbildung ausgesprochen. "Unsere Unternehmen brauchen möglichst rasch Klarheit darüber, wie es politisch weitergeht in Deutschland", sagte Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) der "Welt am Sonntag". Schnelle Ergebnisse im Koalitionsvertrag seien wichtig.

Auch aus Sicht des Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, ist eine baldige Klarheit nötig. "Ich wünsche mir zugleich, dass sich die Parteien möglichst schnell den Sachthemen zuwenden und vor allem zunächst eine gemeinsame Grundausrichtung vereinbaren", sagte Schweitzer. Thilo Brodtmann, der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) fürchtet ebenfalls die Folgen überlangen Verhandelns. "Eine monatelange Hängepartie in der Regierungsbildung könnte dazu führen, dass der Investitionsstau im Inland sich weiter verfestigt und zudem der Schwung für die notwendigen Reformen der EU verloren geht", so Brodtmann. Eine rasche Regierungsbildung hält auch der Präsident des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, für wünschenswert. "Mein Petitum: so schnell wie möglich, so sorgfältig wie nötig. Der Koalitionsvertrag muss ein solides Fundament für eine verlässliche und erfolgreiche Zusammenarbeit der Koalitionäre bieten und die richtigen Weichen für Deutschland stellen", sagte Wissmann der "Welt am Sonntag". Ähnlich sieht es Holger Bingmann, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA): "Für Europa und die notwendigen Entscheidungen und Reformen, die hier angeschoben werden sollen, ist es gut, wenn Angela Merkel mit ihrer neuen Regierung so schnell wie möglich sprachfähig ist." Ferdinand Dudenhöffer, Autoexperte der Universität Duisburg-Essen, warnt, dass überlange Gespräche zu Fahrverboten führen könnten: "In Deutschland wird in den nächsten neun bis zwölf Monaten aufgrund der vermutlich zähen Regierungsbildung und der erst Mitte 2018 gültigen Haushaltspläne vonseiten des Bundes wenig in die notwendige Verringerung der Luftbelastungen in den Großstädten investiert werden können. Damit werden Fahrverbote für Diesel-Pkw", so Dudenhöffer. Stünde eine neue Bundesregierung erst zum Jahreswechsel, werde es eng für den Diesel.

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Kommentare zu "Wirtschaftsvertreter fordern zügige Regierungsbildung"

Insgesamt 2 Kommentare vorhanden


Kommentar von Freddie32
08.10.2017 10:08 Uhr

So langsam müsste natürlich etwas passieren jedoch derzeit sieht es noch schwierig aus und vor 2018 wird es wohl keine entscheidung geben.
wenn es hart auf hart kommt kommen sicherlich Neuwahlen.

Kommentar von GoldSaver
08.10.2017 09:52 Uhr

Klar, könnte es zu Problemen kommen, wenn die Regierungsbildung sich noch weiter hinzieht, aber ich bin der Meinung, das es doch schon einen Zeitraum gibt, in welcher eine Regierung gebildet werden muss.
Den sollte man erst einmal abwarten oder man hätte diese Regelung direkt anders gestalten müssen.