WirtschaftsnobelpreistrĂ€ger verlangt Patentfreigabe fĂŒr Impfstoffe

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WirtschaftsnobelpreistrĂ€ger verlangt Patentfreigabe fĂŒr Impfstoffe

15.07.2021 - 05:01 Uhr

WirtschaftsnobelpreistrĂ€ger verlangt Patentfreigabe fĂŒr Impfstoffe WirtschaftsnobelpreistrĂ€ger verlangt Patentfreigabe fĂŒr Impfstoffe Wirtschaft
ĂŒber dts Nachrichtenagentur

Der WirtschaftsnobelpreistrĂ€ger Joseph Stiglitz verlangt die Patentfreigabe fĂŒr Corona-Impfstoffe. "Insbesondere angesichts der vierten Welle des Coronavirus muss sichergestellt werden, dass in jeder Region der Welt zumindest einige Hersteller Zugang zu den Rezepturen und Technologien erhalten", sagte er der "Frankfurter Rundschau"(Donnerstagausgabe). Dem Argument, die Voraussetzungen fĂŒr die komplizierte Herstellung der Mittel lĂ€gen nur in wenigen LĂ€ndern vor, hĂ€lt der Wissenschaftler fĂŒr falsch: So gebe es unter anderem in Pakistan, Bangladesch, Ägypten, SĂŒdafrika und dem Senegal hochqualifizierte Pharmaunternehmen.

"Diese Firmen können die weltweit verwendeten, biotechnologisch produzierten Impfstoffe fĂŒr die Viruserkrankung HPV sowie Aids-Medikamente herstellen - und lĂ€ngst nicht nur klassische, chemisch einfach zusammengesetzte Tabletten", so der US-Ökonom. Der Behauptung, die eintrĂ€glichen Patente seien als Anreiz fĂŒr die Entwicklung neuer Medikamente notwendig. "Die sicherlich bahnbrechenden mRNA-Impfstoffe sind das Ergebnis jahrzehntelanger Forschung. Diese wurde aber von Wissenschaftlern auf der ganzen Welt vorangetrieben, deren Institute und AktivitĂ€ten wiederum zumeist von Regierungen finanziert wurden", so der Professor an der Columbia University in New York. Die einschlĂ€gige Forschung beruhe hingegen nicht auf Forschungsleistungen, die durch die ErtrĂ€ge großer Pharmaunternehmen finanziert worden seien, so Stiglitz. "Die großen Pharmafirmen sahen die mRNA-Forschung schlicht nicht als profitabel an." Das vorĂŒbergehende Aussetzen des Rechts auf geistiges Eigentum sei eine zwingende Voraussetzung fĂŒr eine erfolgreiche globale Impfkampagne. "Wie immer wieder auch von deutscher Seite betont wird, ist bekanntermaßen niemand vor dem Virus sicher, bis alle sicher sind", so der NobelpreistrĂ€ger.

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