Wirtschaftsministerium fürchtet wachsende Lohn-Ungleichheit

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Wirtschaftsministerium fürchtet wachsende Lohn-Ungleichheit

22.08.2017 - 00:00 Uhr

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über dts Nachrichtenagentur

Das Bundeswirtschaftsministerium warnt vor einer immer größeren Lohn-Schere in Deutschland. Die Lohnungleichheit verharre auf einem historisch hohen Niveau, heißt es in einem internen Faktenblatt des Ministeriums. Das Papier macht deutlich, dass das Ministerium trotz zuletzt wieder steigender Reallöhne noch keine Entwarnung sieht.

"Deutschland hat (nach wie vor) ein Lohnproblem", heißt es in dem Papier weiter. Vor allem die Bezieher niedriger und mittlerer Einkommen hätten vom Wirtschaftswachstum zu lange nicht profitiert. "Im Jahr 2015 waren die realen Bruttolöhne der unteren 40 Prozent zum Teil deutlich niedriger als 1995", moniert das Papier. Ein großer Teil der Bevölkerung hat damit heute weniger Kaufkraft als vor 20 Jahren. Dagegen hätten die oberen 60 Prozent teils ausgeprägte Zuwächse verbucht, heißt es weiter. "Die Schere bei den Löhnen ging also deutlich auseinander", stellen die Experten des Ministeriums fest. Zwar seien die Reallöhne seit 2013 in Deutschland mit einem Plus von 1,8 Prozent wieder deutlich gestiegen. Doch bestehe "weiterhin Nachholbedarf für Lohnsteigerungen". Damit schaltet sich auch das Wirtschaftsministerium von Brigitte Zypries (SPD) in den Wahlkampf und die Debatte um eine gerechtere Einkommensverteilung ein und fordert ein Umdenken. Das bedeute, dass ein Großteil "unserer Bevölkerung nicht mehr voran kommt", sagte Wirtschafts-Staatssekretär Matthias Machnig der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstagsausgabe): "Den Kindern geht es auf einmal schlechter als ihren Eltern. Das ist nicht gerecht und ein Stachel im Zusammenhalt Deutschlands." Die Ministeriums-Führung fordert ein Umdenken: "Spielräume für bessere Löhne sind vorhanden. Sie sollten genutzt werden", sagt Machnig. "Untere Einkommen müssen entlastet werden. Für Frauen muss endlich das Prinzip gleicher Lohn für gleiche Arbeit durchgesetzt werden. Zu vielen Menschen in unserem wohlhabenden Land geht es noch nicht so gut, wie es ihnen gehen sollte."

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Kommentare zu "Wirtschaftsministerium fürchtet wachsende Lohn-Ungleichheit"

Insgesamt 5 Kommentare vorhanden


Kommentar von Freddie32
24.08.2017 15:15 Uhr

Der Lohnungleich wird so denke ich immer weiter ansteigen und passieren wobei da wirklich eine änderung angebracht wäre für mehr Gerechtigkeit,sehe da aber nur wenig chancen.

Kommentar von skazchan
22.08.2017 11:22 Uhr

Leider wird sich daran kaum was ändern solange es Zeitarbeitsfirmen gibt. Mindestlohn ist auch viel zu klein, sogar das geringste in ganz Europa. Wegen anderen wachsenden Krisen, werden solche Problemen kaum noch angesprochen

Kommentar von PurpleColumbine
22.08.2017 11:21 Uhr

Deutschland ist eines der reichsten Länder der EU. Nur an den kleinen Mann wird das nicht weitergegeben. Die Reichen werden immer reicher durch überdurchschnittlich hohe Bezahlung und die Armen können arbeiten bis auf den Friedhof.

Kommentar von Eckhard
22.08.2017 07:01 Uhr

Selbst gemachtes Problem unserer Regierung. Die haben der Leiharbeit und Zeitarbeit Tür und Tor sperrangelweit geöffnet und nun können Sie nicht verstehen warum das so ist.

Kommentar von schnurre
22.08.2017 04:58 Uhr

Es wird wirklich Zeit, dass sich in Deutschland bezüglich der Löhne in den unteren und mittleren Klassen etwas tut. Gerade auch die Pflegeberufe und auch die LKW-Fahrer werden unterbezahlt. Aber es betrifft noch viele andere.