Wirtschaft startet Bildungslotterie

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Wirtschaft startet Bildungslotterie

30.05.2018 - 06:45 Uhr

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Die deutsche Wirtschaft startet eine "Bildungs-Chancen-Lotterie", die mittelfristig dreistellige Millionenbeträge für Bildungsprojekte einspielen soll. Ab Herbst sollen bundesweit die ersten Projekte gefördert werden. Initiator der neuen Online-Soziallotterie ist der Stifterverband der Wirtschaft, der sich dafür mit den SOS-Kinderdörfern weltweit und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung zusammengetan hat.

"Wenn wir den menschlichen Trieb zum Spiel mit dem guten Zweck der Bildung verknüpfen könnten, wäre das wunderbar", hatte der frühere Präsident des Stifterverbandes, Arend Oetker, gesagt, als er die Idee erstmals öffentlich machte. Die Bildungslotterie soll spätestens in zehn Jahren jährlich mindestens 100 Millionen Euro erzielen – das wäre ein Viertel des Umsatzes des Marktführers Aktion Mensch. So würden jährlich rund 30 Millionen Euro Bildungsprojekten zugutekommen, denn nach dem Glücksspielstaatsvertrag müssen jeweils mindestens 30 Prozent der Einnahmen einer Soziallotterie in Förderung und Gewinnausschüttung fließen. "Im ersten Jahrzehnt wollen wir also auf jeden Fall einen dreistelligen Millionenbetrag für gute Bildungszwecke einsammeln", sagte der Generalsekretär des Stifterverbandes, Andreas Schlüter, dem "Handelsblatt". Das Geld soll in diverse Bildungsprojekte fließen, die sich vor allem um die individuelle Förderung von Menschen kümmern, die im staatlichen System durch den Rost fallen. "Der Staat ist nicht so gut darin, Einzelne so zu fördern, dass sie ihr volles Potenzial entwickeln", sagte Schlüter. Er und seine Mitstreiter aus der Industrie setzen daher auf Selbsthilfe: "Diese Lücke wollen wir helfen zu füllen." Das nötige Startkapital von 20 Millionen Euro haben Unternehmer wie Christian Boehringer von Boehringer Ingelheim, Bettina Würth von der Würth-Gruppe und Nicola Leibinger-Kammüller von Trumpf sowie Arend Oetker bereit gestellt. "Jetzt drücke ich alle Daumen, dass viele Menschen Lose kaufen, um dadurch auch etwas für Bildungschancen in Deutschland zu tun", sagte Boehringer. "Bildung taucht sage und schreibe 273mal im Koalitionsvertrag auf - wenn es uns ernst damit ist, müssen wir aber auch selbst handeln, und nicht warten, bis andere die Initiative ergreifen", sagte Leibinger-Kammüller, Chefin des Maschinenbauers Trumpf. Bettina Würth hat oft beobachtet, "dass junge Menschen zwar bestens ausgebildet sind, im Beruf dann aber Schwierigkeiten haben", sagte die Beiratsvorsitzende der Würth-Gruppe. Auch ihre eigene Schullaufbahn "war nicht immer gerade, mir hat vor allem gefehlt, Dinge auszuprobieren." Daher gefalle ihr der Ansatz der Bildungslotterie: "Alle drei Initiatoren wollen das Beste, das in jedem Menschen angelegt ist, zutage fördern."

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