Union verliert laut Forsa und Allensbach deutlich

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Union verliert laut Forsa und Allensbach deutlich

24.03.2021 - 06:02 Uhr

Union verliert laut Forsa und Allensbach deutlich Union verliert laut Forsa und Allensbach deutlich Politik
├╝ber dts Nachrichtenagentur

CDU und CSU sinken bei gleich zwei Umfrageinstituten weiter stark in der W├Ąhlergunst. Im RTL/n-tv-"Trendbarometer" fallen die Unionspateien um drei Prozentpunkte auf 26 Prozent. So weit unten stand die CDU/CSU zum ersten Mal im Februar 2000, nach der KohlÔÇÖschen Spendenaff├Ąre.

Noch schlechter war der Wert lediglich im Juni 2019, kurz nach der Europawahl. Dabei sinkt die CDU in ihrem Wahlgebiet (Bundesrepublik ohne Bayern) st├Ąrker als ihre Schwesterpartei: Gegen├╝ber ihrem Wahlergebnis 2017 haben die Christdemokraten acht Prozentpunkte verloren und liegen jetzt bei 24 Prozent. Die CSU verlor gegen├╝ber 2017 vier Prozentpunkte und erreicht momentan 35 Prozent. Die FDP hat um zwei Prozentpunkte zugelegt, die Gr├╝nen gewannen einen Prozentpunkt. Bei den ├╝brigen Parteien ├Ąndert sich nichts. Wenn jetzt Bundestagswahl w├Ąre, k├Ânnten die Parteien mit folgendem Ergebnis rechnen: CDU/CSU 26 Prozent, SPD 16 Prozent, FDP zehn Prozent, Gr├╝ne 22 Prozent, Linke acht Prozent, AfD zehn Prozent. Acht Prozent w├╝rden sich f├╝r eine der sonstigen Parteien entscheiden. Die Zahl der Nichtw├Ąhler und Unentschlossenen liegt mit 21 Prozent unter dem Anteil der Nichtw├Ąhler bei der Bundestagswahl 2017 (23,8 Prozent). Einbu├čen muss die Union auch bei der Frage nach der Kompetenz der Parteien hinnehmen: Die CDU/CSU verliert innerhalb einer Woche neun Prozentpunkte. 18 Prozent sehen derzeit in ihr noch die Partei, die mit den Problemen in Deutschland am besten fertig wird. Von den Gr├╝nen denken das neun, von der SPD sieben und von einer der ├╝brigen Parteien acht Prozent. 58 Prozent trauen keiner Partei politische Kompetenz zu. Wenn jetzt Bundestagswahl w├Ąre, w├Ąren die Gr├╝nen die gro├čen Gewinner: Sie w├╝rden als einzige Partei mehr Abgeordnete (plus 104) ins Parlament entsenden als bei der Bundestagswahl 2017. Gr├Â├čter Verlierer w├Ąre, mit minus 41 Abgeordneten, die Union. Nach einer Wahl w├╝rden derzeit 718 Abgeordnete in den neuen Bundestag einziehen. Die CDU/CSU bliebe mit 205 Parlamentariern die st├Ąrkste Fraktion, gefolgt von den Gr├╝nen (171) und der SPD (124). FDP und AfD k├Ąmen derzeit auf jeweils 78, die Linke auf 62 Abgeordnete. F├╝r eine regierungsf├Ąhige Mehrheit werden 360 Sitze ben├Âtigt. Schwarz-Gr├╝n k├Ąme auf 376 Mandate, eine "Ampel"-Koalition aus Gr├╝nen, SPD und FDP h├Ątte 373 Mandate. Weder f├╝r die derzeit regierende Koalition aus CDU/CSU und SPD (zusammen 329 Mandate) noch f├╝r ein gr├╝n-rot-rotes B├╝ndnis (357 Mandate) w├╝rde es f├╝r eine Regierungsbildung reichen. In der Kanzlerfrage verliert der CDU-Vorsitzende Armin Laschet an Zuspruch: Sein Wert sinkt, wie der seiner Partei, um drei Prozentpunkte. Sein Konkurrent um die Kanzlerkandidatur der Union, Markus S├Âder, verliert lediglich einen Prozentpunkt und hat gegen├╝ber allen derzeit denkbaren Konkurrenten den h├Âchsten Zustimmungswert. Gegen Gr├╝nen-Chef Robert Habeck und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz k├Ąme S├Âder auf 35 Prozent (minus eins). F├╝r Habeck w├╝rden unver├Ąndert 20, f├╝r Scholz 16 Prozent (plus eins) votieren. Gegen die gr├╝ne Co-Vorsitzende Annalena Baerbock und Olaf Scholz k├Ąme S├Âder auf 37 Prozent. Baerbock und Scholz w├╝rden jeweils 16 Prozent erreichen. W├Ąre Armin Laschet Kanzlerkandidat der Union, k├Ąme er auf 18 Prozent (minus drei). Habeck w├╝rde mit unver├Ąndert 22 Prozent ebenso vor ihm liegen wie Scholz mit 19 Prozent (minus eins). Auch Annalena Baerbock w├╝rde als Kanzlerkandidatin der Gr├╝nen mit 20 Prozent sowohl vor Scholz (19 Prozent) als auch vor Laschet (18 Prozent) liegen. Die Entscheidung ├╝ber die Kanzlerkandidatur der Gr├╝nen steht noch aus. Momentan schneidet Habeck sowohl im Vergleich zu Laschet und S├Âder als auch zu Scholz etwas besser ab als Baerbock. Beide verf├╝gen bei Frauen ├╝ber etwas h├Âhere Sympathien als bei M├Ąnnern. Bei den Gr├╝nen-Anh├Ąngern hat Habeck etwas gr├Â├čeren R├╝ckhalt als Baerbock - 60 gegen├╝ber 53 Prozent. F├╝r die Erhebung zu Partei- und Kanzlerpr├Ąferenzen sowie politischer Kompetenz befragte das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 16. bis 22. M├Ąrz 2021 insgesamt 2.511 Personen. Auch eine Umfrage des Instituts f├╝r Demoskopie Allensbach im Auftrag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zeigt einen Zustimmungsverlust f├╝r CDU und CSU. Danach ist die Zustimmung f├╝r die Unionsparteien bei der Sonntagsfrage von 37 Prozent Anfang Februar auf jetzt 28,5 Prozent gesunken. Die Gr├╝nen kommen auf 21, die SPD auf 18 Prozent. FDP und Linke erreichen jeweils 8,5 Prozent. Die AfD erzielt in der Umfrage zehn Prozent. Noch st├Ąrker ist laut Allensbach das W├Ąhlerpotential der Union verfallen: Im Februar seien die Unionsparteien noch f├╝r 42 Prozent der Wahlberechtigten grunds├Ątzlich bei der Bundestagswahl in Frage gekommen, Ende Februar f├╝r 39 Prozent, jetzt ziehen laut Umfrage nur noch 29 Prozent der Wahlberechtigen die Unionsparteien in Betracht. Ihr Potential reiche demnach zurzeit kaum ├╝ber den Kreis der verbliebenen W├Ąhler hinaus, hei├čt es in der Allensbach-Analyse. Erstmals sei damit das Potential von CDU und CSU kleiner als das der Gr├╝nen, das sich v├Âllig stabil um die 30 Prozent bewege. F├╝r den tiefen Fall der Union sind nach Einsch├Ątzung von Allensbach die "Bereicherungsskandale" einzelner Abgeordneter nicht entscheidend. Der Vertrauensverfall habe schon vorher eingesetzt, die Niederlage der CDU in Baden-W├╝rttemberg sei absehbar gewesen. Den Hauptgrund f├╝r den Sinneswandel sieht Allensbach darin, dass das Vertrauen in "die CDU kann Krise" ersch├╝ttert sei. Lange sei das Vertrauen in den Kurs der Regierung ungew├Âhnlich gro├č gewesen. ├ťber viele Monate hatte sie danach den R├╝ckhalt von ├╝ber 70 Prozent der Bev├Âlkerung, im Dezember noch von fast 60 Prozent. Seit Januar verfalle die Zustimmung und wachse die Kritik, im Februar gab es erstmals mehr kritische Stimmen als Zustimmung. Jetzt falle die Bilanz verheerend aus: Nur noch 30 Prozent der B├╝rger bewerten demnach das Krisenmanagement der Regierung positiv, 62 Prozent negativ. Der ausbleibende Erfolg der Corona-Ma├čnahmen werde der Regierung angelastet, anders als noch zu Beginn der zweiten Infektionswelle. Die Beschl├╝sse, die Kanzleramt und Ministerpr├Ąsidenten Anfang M├Ąrz trafen, seien mit Unverst├Ąndnis quittiert worden. Gerade einmal 17 Prozent bewerteten sie als guten Schritt, w├Ąhrend 60 Prozent den Eindruck gehabt h├Ątten, dass sie die Lage nur schwieriger machten. Viele h├Ątten zu diesem Zeitpunkt den Versuch aufgegeben, den ├ťberblick ├╝ber die staatlichen Ma├čnahmen und Pl├Ąne zu behalten. Die Kritik sei umfassend und zeige eine v├Âllige Ern├╝chterung. Die politischen Ma├čnahmen w├╝rden als willk├╝rlich, widerspr├╝chlich und teilweise absurd empfunden. Die Logik der Beschl├╝sse erschlie├če sich den meisten nicht. Die gro├če Mehrheit der Kritiker traue der Politik nicht mehr zu, dass sie einen Plan f├╝r die Bew├Ąltigung der Krise habe. Der Staat werde immer weniger als funktionsf├Ąhig wahrgenommen. W├Ąhrend 72 Prozent den Unternehmen in Deutschland eine hohe Effizienz attestierten, f├Ąllen laut Allensbach nur 22 Prozent ein ├Ąhnliches Urteil in Bezug auf den Staat. Die Mehrheit habe den Eindruck, dass die ├ämter und Beh├Ârden in der Krise weniger funktionsf├Ąhig gewesen seien als zuvor. Geradezu vernichtend falle das Urteil ├╝ber die digitale Ausstattung der staatlich verantworteten Bereiche aus, seien es Gesundheits├Ąmter, Schulen, Beh├Ârden oder Sicherheitsorgane. Die B├╝rger k├Ânnen hier auch noch keinen "Digitalisierungsschub" durch die Krise erkennen. Der Anteil der Bev├Âlkerung, die darauf hoffe, dass sich die Lage in einigen Monaten entspannen werde, sei heute geringer als im vergangenen Jahr und auch niedriger als zu Beginn dieses Jahres. Nur 36 Prozent der B├╝rger erwarteten, dass in einigen Monaten wieder ein weitgehend normaler Alltag m├Âglich sein werde, 61 Prozent rechnen demnach mit einem l├Ąngeren Zeitraum. F├╝r die Erhebung befragte Allensbach vom 8. bis 21. M├Ąrz 2021 insgesamt 1.006 Personen ab 16 Jahren.

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