Umfrage: Mehrheit fürchtet Auseinanderdriften der Gesellschaft

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Umfrage: Mehrheit fürchtet Auseinanderdriften der Gesellschaft

05.09.2019 - 18:52 Uhr

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über dts Nachrichtenagentur

Die große Mehrheit der Bundesbürger sorgt sich um ein Auseinanderdriften der gesellschaftlichen Gruppen. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag der "ARD-Tagesthemen", die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Demnach machen sich 83 Prozent der Befragten sehr große bzw. große Sorgen, dass die gesellschaftlichen Gruppen weiter auseinanderdriften – im Vergleich zu Mai eine Zunahme um 8 Prozentpunkte.

Diese Sorge teilen Anhänger aller im Bundestag vertretenen Parteien mit deutlicher Mehrheit. Große Sorgen bereitet den Bundesbürgern nach wie vor auch der Klimawandel. Mehr als drei Viertel (76 Prozent) machen sich sehr große bzw. große Sorgen, dass er die Lebensgrundlagen der Menschen zerstört (-1 Prozentpunkt im Vergleich zu Mai). Gespalten sind laut Infratest dimap in dieser Angelegenheit die Anhänger der AfD: 47 Prozent machen sich sehr große bzw. große Sorgen um die Folgen des Klimawandels, 53 Prozent wenig bzw. gar keine. Weitgehend einig sind sich die Anhänger aller Parteien in einer anderen Frage: 74 Prozent der Befragten machen sich sehr große bzw. große Sorgen, dass die Parteien auf drängende politische Fragen keine gemeinsamen Antworten finden. Auch die Anhänger der Regierungsparteien CDU/CSU (67 Prozent) und der SPD (70 Prozent) teilen diese Sorge zu mehr als zwei Dritteln. Aktuell machen sich 52 Prozent der Befragten sehr große bzw. große Sorgen, einen Verlust der deutschen Kultur und Sprache zu erleben. Gegenüber Mai entspricht dies einem Zuwachs um 12 Prozentpunkte. Die größten Sorgen äußern in dem Zusammenhang AfD-Anhänger (92 Prozent). Aber auch eine Mehrheit der CDU/CSU-Anhänger (58 Prozent) macht sich in diesem Punkt Sorgen. Die Anhänger der anderen Parteien machen sich laut Infratest dimap in dieser Hinsicht mehrheitlich wenig oder gar keine Sorgen. Persönliche wirtschaftliche Sorgen stehen bei den Bundesbürgern vergleichsweise zurück. So ist die Zahl derer, die sich sorgen, ihren Lebensstandard künftig nicht mehr halten zu können, seit Mai von 30 auf 38 Prozent gestiegen. Noch etwas stärker teilen die Deutschen langfristige finanzielle Sorgen wie die eigene Altersabsicherung: So rechnen 43 Prozent im Alter mit Geldproblemen, bei den 18- bis 49-Jährigen ist es mehr als die Hälfte. Für die Erhebung befragte Infratest dimap im Auftrag der "ARD-Tagesthemen" am 3. und 4. September 2019 insgesamt 1.014 Personen. Die Fragestellungen lauteten: "1. Machen Sie sich Sorgen, dass die gesellschaftlichen Gruppen weiter auseinanderdriften? 2. Machen Sie sich Sorgen, dass der Klimawandel unsere Lebensgrundlagen zerstört 3. Machen Sie sich Sorgen, dass die Parteien auf drängende politische Fragen keine gemeinsamen Antworten finden? 4. Machen Sie sich Sorgen, dass wir einen Verlust der deutschen Kultur und Sprache erleben werden? 5. Machen Sie sich Sorgen, dass Sie im Alter Geldprobleme haben werden? 6. Machen Sie sich Sorgen, dass Sie Ihren Lebensstandard nicht mehr halten können?"

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