Sohn eines NSU-Opfers: "Noch heute sind Täter auf freiem Fuß"

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Sohn eines NSU-Opfers: "Noch heute sind Täter auf freiem Fuß"

11.03.2018 - 10:32 Uhr

Sohn eines NSU-Opfers: Noch heute sind Täter auf freiem Fuß Sohn eines NSU-Opfers: "Noch heute sind Täter auf freiem Fuß" Gemischtes
über dts Nachrichtenagentur

Der Sohn eines vom rechtsextremen NSU ermordeten Blumenhändlers befürchtet, dass mögliche weitere Täter der Terrorserie nicht belangt werden. "Noch heute sind NSU-Täter auf freiem Fuß", sagte er dem Nachrichtenportal T-Online. Er sei überzeugt, dass es weitere Helfer in der Umgebung der Tatorte gegeben habe – möglicherweise auch ein Netzwerk, welches bis in staatliche Stellen reiche.

"Meiner Ansicht nach hat der Verfassungsschutz das Trio durch Zahlungen an V-Leute mitunterstützt", sagte der Sohn des NSU-Opfers. Insgesamt 200.000 Mark seien an das Umfeld der Neonazi-Terroristen geflossen. Der Zweck dieser Zahlungen und viele weitere Fragen seien weder durch den Prozess, noch durch die Untersuchungsausschüsse geklärt. Vor allem die Verfassungsschutzbehörden verhinderten seiner Meinung nach die Aufklärung durch Aktenvernichtungen und die Verweigerung von Akteneinsicht. Staatsgeheimnisse und Persönlichkeitsrechte möglicher Täter seien "offenbar mehr wert als das Leben der Opfer", sagte der Mann, dessen Vater im Jahr 2000 das erste Mordopfer der NSU-Terrorserie war. Der Blumenhändler aus Hessen wurde an seinem Stand in Nürnberg erschossen. Bis 2007 ermordeten die mutmaßlichen Täter außerdem neun weitere Menschen, verübten Sprengstoffanschläge und Raubüberfälle. Derzeit müssen sich die mutmaßliche Mittäterin Beate Z. und weitere Unterstützer vor dem Oberlandesgericht München verantworten. Bald sollen die Plädoyers ihrer Verteidiger beginnen. Der Angeklagten Beate Z. droht die Höchststrafe.

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Kommentare zu "Sohn eines NSU-Opfers: "Noch heute sind Täter auf freiem Fuß""

Insgesamt 3 Kommentare vorhanden


Kommentar von GoldSaver
11.03.2018 20:03 Uhr

Klar, möglich wäre dies schon, aber ich frage mich, woher er das so genau weis.

Denken kann man sich viel, jedoch braucht man nun einmal auch handfeste Beweise.

Kommentar von Spongebob
11.03.2018 17:31 Uhr

Das sind harte Thesen, die es zu beweisen gilt. Möge die Gerechtigkeit vollstreckt werden und mögen alle zur Rechenschaft gezogen werden, die es wirklich verdient haben.

Kommentar von Eckhard
11.03.2018 10:37 Uhr

Ich kann den Mann verstehen aber was ist zu beweisen. Das ist doch hier die Frage. In Deutschland ( und das ist auch gut so) wird niemand ohne Grund verurteilt. Leider kann man manchmal nicht alles beweisen. Aber das ist Gott sei Dank nur ein schwindender Teil des Ganzen. Mir tut es leid für die Betroffenen, aber so ist es nun mal.