Schulz prangert hohe Zahl befristeter Arbeitsverträge an

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Schulz prangert hohe Zahl befristeter Arbeitsverträge an

06.09.2017 - 18:02 Uhr

Schulz prangert hohe Zahl befristeter Arbeitsverträge an Schulz prangert hohe Zahl befristeter Arbeitsverträge an Wirtschaft
über dts Nachrichtenagentur

SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz will im Falle eines Siegs bei der Bundestagswahl gegen die zunehmende Befristung von Arbeitsverträgen vorgehen: "Wenn inzwischen fast jede zweite Neueinstellung befristet ist, läuft etwas gehörig schief", sagte Schulz der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagsausgabe). Gerade junge Berufsanfänger, die eine Familie gründen wollten und sich vielleicht noch um die Eltern kümmerten, dürften sich nicht von einer befristeten Stelle zur nächsten hangeln müssen. Die Menschen brauchten "mehr Sicherheit und Verlässlichkeit. Deshalb will ich die willkürliche Befristung verbieten."

Der SPD-Chef reagierte damit auf neue Zahlen des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit. Danach stellen immer mehr Firmen neue Mitarbeiter nur befristet an. Beinahe jeder Zweite hatte 2016 einen zeitlich begrenzten Arbeitsvertrag erhalten. Von den rund 3,4 Millionen sozialversicherungspflichtigen Neueinstellungen waren etwa 1,6 Millionen befristet, das entspricht einer Quote von 45 Prozent. 2015 waren noch 41 Prozent aller Einstellungen befristet gewesen. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sagte, die Zahlen lägen höher als noch im vergangenen Jahr erwartet. Die SPD kämpfe dafür, "das Übel endlich abzustellen". Die Union warnte dagegen, den Zugang zum Arbeitsmarkt über schärfere Vorschriften zu erschweren. "Ein bürokratisches Arbeitsrecht hätte die Folge, dass Unternehmer gar nicht mehr einstellen", sagte Fraktionsvize Michael Fuchs. "Damit wäre gerade jungen Leuten ein Bärendienst erwiesen." Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir forderte dagegen, "die sachgrundlose Befristung endlich abzuschaffen". Es sei besorgniserregend, dass die Befristung von Arbeitsverträgen trotz einer guten Konjunktur und immer neuen Beschäftigungsrekorden zunehme. Die Zahl der Zeitarbeitsverhältnisse war in früheren Jahren bei guten wirtschaftlichen Daten stets gesunken - und nur in schlechten Zeiten gestiegen. Derzeit zieht die Quote bei den Neueinstellungen trotz bester Konjunktur an. Zugleich werden nicht nur mehr jüngere Arbeitnehmer befristet eingestellt, sondern auch Menschen mittleren und höheren Alters. Besonders oft erhalten Beschäftigte zwischen 30 und 39 Jahren Zeitjobs. Wurden 2015 noch 38 Prozent befristet eingestellt, waren es 2016 bereits 49 Prozent. Bei den über 50-Jährigen erhöhte sich der Anteil von 39 auf 41 Prozent; bei den bis 29-Jährigen erhielten 2015 noch 47 Prozent einen Zeitjob, 2016 war es die Hälfte. Zuletzt waren neun Prozent der Arbeitnehmer über 25 Jahre befristet beschäftigt. Davon hatte mehr als die Hälfte einen Job mit weniger als einem Jahr Laufzeit. Zwar stieg die Zahl der befristet Beschäftigten in den vergangenen Jahren auf 2,8 Millionen an. Weil auch die Zahl der Erwerbstätigen stieg, blieb die Quote konstant. Vor allem der öffentliche Dienst, das Gastgewerbe und Händler stellen befristet ein. Akademiker und Hilfsarbeiter sind besonders betroffen. Zwei von fünf Arbeitnehmern werden übernommen.

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Kommentare zu "Schulz prangert hohe Zahl befristeter Arbeitsverträge an"

Insgesamt 4 Kommentare vorhanden


Kommentar von moonraker2005
07.09.2017 13:54 Uhr

Meiner Meinung nach sind so eine hohe Zahl von befristeten Arbeitsverträgen auf dauer nicht gut. Die Arbeitnehmer in diesen Verträgen haben keine Zukunfts Sicherheit.

Kommentar von moses1972
06.09.2017 23:07 Uhr

Ich finde die immer höher werdende Zahl an befristeten Arbeitsverträgen auch sehr bedenklich. Die Leute mit solchen Verträgen können garnicht für die Zukunft planen.

Kommentar von skazchan
06.09.2017 20:24 Uhr

Als Soziale Partei Deutschlands hatten sie genug Möglichkeiten dies zu ändern, immerhin waren sie ewig lange in der Großen Koalition mit der CDU zusammen. Außerdem war es die SPD damals die die Zeitarbeitsfirmen unterstützt hat, jetzt etwas anzuprangern das sie selbst mit herbeigeführt haben finde ich lächerlich

Kommentar von Freddie32
06.09.2017 18:05 Uhr

Die sind natürlich auch an zu prangern und da muss sich etwas tun,die Zahl insgesamt an befristeten Arbeitsplätzen ist viel zu hoch und da muss sich etwas tun.