Probleme bei EU-Marineeinsatz vor Libyen

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Probleme bei EU-Marineeinsatz vor Libyen

22.07.2017 - 05:00 Uhr

Probleme bei EU-Marineeinsatz vor Libyen Probleme bei EU-Marineeinsatz vor Libyen Politik
Marina Militare, über dts Nachrichtenagentur

Im Kampf gegen illegale Migration stößt der EU-Marineeinsatz zur Ausbildung libyscher Küstenschutzkräfte auf Probleme. Kurz vor Beginn des neuen Ausbildungslehrgangs, der auf dem Festland in Italien und Spanien durchgeführt werden soll, haben sich erst 75 Kandidaten für eine Ausbildung als Küstenschützer gemeldet, berichtet die "Welt" (Samstag) unter Berufung auf neue interne Zahlen des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD). "Die Zahl bleibt weit hinter unseren Erwartungen und Planungen zurück. Sie ist enttäuschend", sagte ein hochrangiger EU-Diplomat, der mit der Angelegenheit vertraut ist.

Die Rekruten sollen nach einem Beschluss der EU-Länder pro Woche 100 Euro Lohn erhalten. "Trotzdem haben sich viel zu wenig Kandidaten gemeldet. Wir kennen die genauen Gründe nicht", hieß es weiter in EU-Diplomatenkreisen. Geplant war ursprünglich, 255 Rekruten in Italien und 34 Rekruten in Spanien auszubilden. Die Unterstützung der libyschen Küstenwache ist einer der zentralen Pfeiler der EU-Strategie im Kampf gegen die Flüchtlingskrise. Als Folge des Bürgerkriegs gibt es in Libyen derzeit keinen funktionierenden Grenzschutz. Allein in diesem Jahr kamen bereits mehr als 100.000 Migranten über die zentrale Mittelmeerroute illegal nach Europa. Das erste Trainingsprogramm für libysche Küstenschützer endete im Januar. 93 Personen wurden auf einem italienischen und einem niederländischen Schiff ausgebildet. Im Anschluss daran startete ein neues Ausbildungsprogramm für jeweils 20 Rekruten auf Malta und Kreta. Die EU-Mission "Sophia" geht seit dem Sommer 2015 in internationalen Gewässern gegen Schleuser vor Libyen vor. Im Juni 2016 wurde der "Sophia"-Einsatz dann ausgeweitet: Neben der Ausbildung von Küstenschutzkräften kam die Überwachung des UN-Waffenembargos hinzu.

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Kommentare zu "Probleme bei EU-Marineeinsatz vor Libyen"

Insgesamt 2 Kommentare vorhanden


Kommentar von Freddie32
24.07.2017 07:53 Uhr

75 personen ist natürlich eine sehr kleine zahl und würde nur wenig nützen.
So kann eine Problembewältigung nur sehr schwer von statten gehen und man kann nur hoffen das sich da etwas ändert.

Kommentar von GoldSaver
22.07.2017 05:16 Uhr

75 freeiwillige Personen sind ja wirklich nicht sonderlich viele.
Damit wird man wohl auch nicht weit kommen. Um einen sichtbaren Erfolg zu erzielen werden mehr Menschen benötigt.