Messerstecher von Hamburg erwog Lkw-Attentat

Gemischtes Terrorismus


Messerstecher von Hamburg erwog Lkw-Attentat

09.08.2017 - 16:07 Uhr

Messerstecher von Hamburg erwog Lkw-Attentat Messerstecher von Hamburg erwog Lkw-Attentat Gemischtes
über dts Nachrichtenagentur

Der 26 Jahre alte Palästinenser, der Ende Juli in Hamburg mit einem Messer Passanten attackierte und einen Mann tötete, will sich schon seit 2014 mit der radikalen Ideologie des sogenannten Islamischen Staats (IS) beschäftigt haben. Dies erklärte er nach Informationen von SZ, NDR und WDR in einem umfangreichen Geständnis. Seit dem 28. Juli sitzt Ahmad A. in Hamburg in Untersuchungshaft.

Die Sicherheitsbehörden stehen in der Kritik, weil A. sich in den Monaten vor seiner Tat auffällig islamistisch geäußert hatte, ohne dass dies Konsequenzen nach sich zog. Am Mittwochnachmittag tagte dazu auch der Hamburger Innenausschuss. Er habe bei der Tat möglichst viele "Christen und Jugendliche" töten wollen, sagte Ahmad A. demnach in seinem Geständnis. Er habe als "Märtyrer" sterben wollen und er bedaure, dass er nicht mehr Menschen habe töten können. Zunächst habe er überlegt, mit einem Lastwagen oder Pkw loszuschlagen, wie zuletzt der Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz. Dann habe er sich spontan für ein Messer als Waffe entschieden. A. hatte in einem Supermarkt das Messer aus einer Auslage genommen, einen Menschen tödlich und sieben weitere verletzt, bis er überwältigt wurde. Von einem tatsächlichen Kontakt A.s zur Terrororganisation IS ist den Ermittlern nichts bekannt. In seinem Spind in einem Flüchtlingsheim im Norden Hamburgs fanden Ermittler zwar einen Stoffwimpel mit dem Logo des IS. In der Haft erklärte A. aber, dass er die Tat nicht im Namen des IS begangen habe. Sein Vorbild sei der Religionsstifter Mohammed selbst. Offen ist auch die Frage, welche Rolle eine psychische Auffälligkeit A.s spielte. Das Landesamt für Verfassungsschutz hatte nach Hinweisen aus dem Umfeld von A. schon am 3. November 2016 mit ihm gesprochen, ihn als psychisch labil eingeschätzt und am 10. Januar 2017 der Polizei empfohlen, den Sozialpsychiatrischen Dienst einzuschalten. Warum dann nichts geschah, muss noch aufgeklärt werden. Ein Gutachter soll A. nun psychiatrisch untersuchen. Auslöser der Bluttat war laut A. das Freitagsgebet in einer nahen Moschee. Die As-Sahaba-Moschee in der Fuhlsbüttler Straße in Hamburg-Barmbek, nur wenige Häuser neben dem Supermarkt, hatte er kurz vor seiner Tat aufgesucht. Der Imam dort hatte in seiner Predigt vom Tempelberg in Jerusalem gesprochen. Die As-Sahaba-Moschee hatte 2015 schon einmal Probleme mit Radikalen. Damals hatte der salafistische Prediger Baher Ibrahim alias "Abu Abdullah" dort Unterricht für junge Leute abgehalten, bis sich die Moschee von ihm trennte. Es spricht aber nichts dafür, dass die Tempelberg-Predigt vom 28. Juli extremistisch war oder Gewalt befürwortete. Die Auseinandersetzung in Jerusalem zwischen Muslimen und Juden hätten A. aufgewühlt, sagte er in seiner Vernehmung. Auch für Kontakte von A. in die salafistische Szene der Hansestadt gibt es keine Hinweise. Deren zentraler Anlaufpunkt ist die Taqwa-Moschee in Hamburg-Harburg.

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Kommentare zu "Messerstecher von Hamburg erwog Lkw-Attentat"

Insgesamt 4 Kommentare vorhanden


Kommentar von PurpleColumbine
10.08.2017 13:56 Uhr

Und wieder so ein geisteskranker Irrsinnskandidat. 25 Jahre und nur Stroh im Kopf. Weg mit diesen Menschen. Raus aus Deutschland. Und das für immer !!!

Kommentar von moses1972
09.08.2017 21:46 Uhr

Die Tat war ja so schon schlimm genug. Aber die Vorstellung ein LKW wäre in eine Menschenmenge gerasst ist natürlich noch um einiges schlimmer. Gut das es nicht so war.

Kommentar von Freddie32
09.08.2017 20:13 Uhr

Also wollte dieser Täter eine Tat vollbringen die noch viel mehr Menschen ermordet und verletzt hätte.
Das war schon so sehr tragisch und zum Glück ist es dazu nicht gekommen.
Ich hoffe er bekommt eine angemessene strafe.

Kommentar von Spongebob
09.08.2017 19:00 Uhr

Mir graut bei der Vorstellung, das sich solche Verbrechen immer mehr häufen. Auch wenn dem jungen Mann keine offizielen Kontakte oder Mitgliedschaft zum I.S. nachgesagt werden kann, führt er dennoch deren Willen aus nur weil er die Idiologie teilt. Erscheckend auf welche Weise einige verloren Seelen sich ihr Heil verschaffen wollen und ihre Leben durch solch eine kranke Tat einen Sinn geben wollen.