Martin Walser: AfD-Ergebnis im Osten "traurigste Nachricht des Tages"

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Martin Walser: AfD-Ergebnis im Osten "traurigste Nachricht des Tages"

25.09.2017 - 15:05 Uhr

Martin Walser: AfD-Ergebnis im Osten traurigste Nachricht des Tages Martin Walser: AfD-Ergebnis im Osten "traurigste Nachricht des Tages" Politik
über dts Nachrichtenagentur

Für den Schriftsteller Martin Walser sind die mehr als 20 Prozent, die die AfD im Osten Deutschlands erreicht hat, "die traurigste Nachricht des Tages": "Jetzt müssen wir uns nicht die Köpfe blutig kratzen, sondern diese Spätfolge der deutschen Teilung ernst nehmen", sagte Walser in der am Dienstag erscheinenden Sonderausgabe zur Bundestagswahl des "Spiegel". Wenn sich die Verhältnisse in Ost und West mehr angleichen würden, so Walser, werde auch die AfD schwinden. Sein Schriftstellerkollege Feridun Zaimoglu sieht einen "Nationalzynismus" triumphieren: "Die Schlechten einer schlechten Generation, vereint im Fremdenabwehrverein AfD, blasen zur Jagd. Schön wär’s, wenn man sie jagte. Guten Kater, Deutschland!" Der Bestseller-Autor Daniel Kehlmann empfindet trotz des Einzugs der AfD in den Bundestag "aufrichtige Dankbarkeit" gegenüber Angela Merkel.

"Denn man wagt kaum sich vorzustellen, wie viel Prozent die AfD erreicht hätte, wäre sie nicht noch einmal angetreten." Kehlmann erwartet von der Bundeskanzlerin, weiter "international als verkörperte Antithese zu Donald Trump" dazustehen: "Wir leben in dunklen Zeiten, aber diese Wahl hätte noch schlimmer ausgehen können." Die Autorin Juli Zeh stellt sich im "Spiegel" die Frage, wie gut es einem Land noch gehen müsse, "wie viel mehr Freiheit und Sicherheit und Wohlstand und Demokratie und Bildung und Zivilisiertheit" man noch erreichen müsse, "damit Menschen sich nicht mehr von fremdenfeindlichen Szenarien aufhetzen lassen". Zehs Fazit: "Das Gefühl der Vergeblichkeit aller redlichen Bemühungen erreicht niederschmetternde Kraft."

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Kommentare zu "Martin Walser: AfD-Ergebnis im Osten "traurigste Nachricht des Tages""

Insgesamt 7 Kommentare vorhanden


Kommentar von skazchan
26.09.2017 19:39 Uhr

Tja mich wundert das gar nicht. Die hohen Ergebnisse der AfD hat die Regierung selbst zu verantworten. Wenn sie das immer noch nicht gecheckt haben sehe ich keine Hoffnung für diese Clowns...

Kommentar von Kneipenchef
26.09.2017 09:53 Uhr

Da stellt sich die Juli Zeh doch die Frage wieviel Sicherheit, Wohlstand und Bildung es in einem Land noch geben soll? Nun in Punkto Sicherheit sehe ich wie jede größere Veranstaltung wie ein Hochsicherheitstrakt gesichert werden muss. In Punkto Wohlstand sehe ich die Massen von Rentnern die vor der Tafel stehen weil sie nicht genug Rente bekommen, und in Sachen Bildung brauch ich mir nur die Pisa Studien anschauen.

Kommentar von schnurre
26.09.2017 08:51 Uhr

Jetzt ist es wirklich an der Zeit sich zu überlegen, wie man etwas gegen das fremdenfeindliche Gedankengut machen kann. Ich denke man muss vor allem auch erstmal wieder an die Bürger im eigenen Land denken und kann dann auch die Dazugezogenen mit einbeziehen.

Kommentar von Freddie32
25.09.2017 22:50 Uhr

man darf jedoch nicht vergessen das es auch den Menschen trotz das es die Mauer nicht mehr gibt schlechter geht als vielen aus dem westen,sie fühlen sich in teilen der Regionen abgehängt und nicht ernst genommen.

Kommentar von moses1972
25.09.2017 22:20 Uhr

Diess unzufriedenheit vieler Bürger im Osten geht mir langsam auf den Geist. Es wurde doch schon so viel für den Osten getan. Mal abwarten wie die neuee Regiierung darauf reagiert.

Kommentar von moonraker2005
25.09.2017 21:52 Uhr

Zweit stärkste Partei im Osten, das ist doch echt einmal eine dicke Überraschung. Ich weiss garnicht warum so viele Ostdeutsche so unzufrieden sind. Keine Ahnung.

Kommentar von Heik007
25.09.2017 18:15 Uhr

Traurig?
Sollte das nicht einen Anlass geben um die Belange der Bevölkerung ernst zu nehmen. Politiker,egal von welcher Partei, versprechen Dinge vor der Wahl die sie nach dieser nicht mehr so ernst nehmen. Das darf nicht so weiter gehen.