Lindner spricht sich für Zentralabitur aus

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Lindner spricht sich für Zentralabitur aus

19.07.2019 - 01:00 Uhr

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über dts Nachrichtenagentur

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat sich für ein deutsches Zentralabitur ausgesprochen. "Ich halte den Bildungswettbewerb zwischen 16 Bundesländern, wie wir ihn praktizieren, für aus der Zeit gefallen", sagte Lindner den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagsausgaben). Gemeinsame Bildungsstandards müssten "endlich umgesetzt werden. Ein Zentralabitur könnte dabei ein Element sein", so der FDP-Chef weiter.

Das ist lange an der CDU gescheitert. "Sollte es dort ein Umdenken geben, wäre das gut. Die FDP ist jederzeit bereit, in Gespräche über eine weitere Veränderung des Grundgesetzes einzutreten", sagte Lindner. Zuvor hatte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) die Bundesländer zu raschen Schritten aufgefordert. Die Diskussion um ein Zentralabitur sei "kein Thema für das Sommerloch, sondern muss jetzt ernsthaft vorangetrieben werden", sagte sie. Der thüringische Bildungsminister Helmut Holter (Linke) plädierte für eine weitere Vereinheitlichung der Aufgabenstellung. "Der Weg zum Zentralabitur muss über den gemeinsamen Aufgabenpool führen, die Prüfungen müssen ebenso wie die Lehrpläne und Stundentafeln schrittweise angepasst werden", sagte Holter den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Kultusministerkonferenz solle sich dafür konkrete Fristen setzen, bis wann welcher Schritt umgesetzt sein muss. Widerspruch kommt aus dem Saarland. "Gleichwertigkeit hat nichts mit Gleichmacherei zu tun", sagte Bildungsstaatssekretärin Christine Streichert-Clivot (SPD). Ein bundesweites Zentralabitur garantiere "weder eine faire Abiturprüfung noch eine vergleichbare Abiturnote". Auch Ilka Hoffmann, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), sieht eine einheitliche Prüfung kritisch: "Ich halte die Diskussion über ein Zentralabitur für eine Fetisch-Debatte, die an den eigentlichen Problemen vorbeigeht", sagte sie. Um echte Vergleichbarkeit herzustellen, sei es nicht genug, Prüfungen zu vereinheitlichen – zu unterschiedlich seien die sozialen und pädagogischen Bedingungen an den Schulen, auch innerhalb eines Bundeslandes. Außerdem sage der Abiturschnitt wenig darüber aus, ob ein junger Menschen wirklich bereit sei zu studieren, so die Gewerkschafterin weiter. Auch die Frage, ob jemand geeignet sei für ein bestimmtes Fach, lasse sich mit der Abiturnote nicht allein beantworten. "Zum Beispiel bei Lehramtsstudiengängen", da brauche man "Leute, die für diesen Beruf brennen. Das hängt nicht unbedingt an einem Einser-Abitur", sagte Hoffmann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Doch ohne ein solches käme man häufig gar nicht in den gewünschten Studiengang.

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