Investor warnt vor Scheitern der Air-Berlin-Gespräche

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Investor warnt vor Scheitern der Air-Berlin-Gespräche

14.09.2017 - 00:00 Uhr

Investor warnt vor Scheitern der Air-Berlin-Gespräche Investor warnt vor Scheitern der Air-Berlin-Gespräche Wirtschaft
über dts Nachrichtenagentur

Der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl, der die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin als Ganzes erhalten will, warnt vor einem Scheitern der Gespräche. Mögliche Investoren könnten durch die Flugausfälle "verunsichert werden und sich aus dem Bieterverfahren zurückziehen", sagte er der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagsausgabe) "Bisher konnte ich unsere Partner bei der Stange halten, aber auch in diesem Kreis fragt man sich, ob die Piloten wissen was sie tun." Anlass der Sorge ist das Chaos um die anhaltenden Flugausfälle bei Air Berlin.

Am Mittwoch hatten sich erneut etwa 150 Piloten krank gemeldet. Dutzende Flüge mussten gestrichen werden. Hinter der Krankheitswelle wird ein illegaler Streik der Piloten vermutet. Wöhrl fürchtet nun, dass der staatliche 150-Millionen-Euro-Kredit verbraucht sein könne, ehe die Kaufverträge ausgehandelt sind. Das würde zur "Einstellung des Flugbetriebes und damit möglicherweise zu einem klassischen Insolvenzverfahren führen". Die Bundesregierung hatte den Kredit bewilligt, um den Flugbetrieb während des Insolvenzverfahrens zu sichern. Von den 150 Millionen Euro sind bereits 24 Millionen Euro an die Fluglinie überwiesen worden, bestätigten laut SZ Regierungskreise in Berlin. Der gesamte Kredit sollte eigentlich bis November reichen, ob das gelingt, ist unklar. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagte am Mittwoch, es gebe trotz der unerwarteten Flugausfälle keinen Grund, die Kreditvergabe noch einmal zu prüfen. "Der Kredit ist gewährt. Wir gehen davon aus, dass alles wie geplant ablaufen kann", sagte sie. Die nächsten Tranchen würden angewiesen, sobald Air Berlin entsprechend Bedarf anmelde. Die Opposition forderte angesichts der dramatischen Lage, den Kredit im Sinne der Steuerzahler vorrangig zu sichern. "Die Bundesregierung muss unter allen Umständen sicherstellen, dass dieser Kredit zurückgezahlt wird", sagte der Haushaltsexperte der Grünen, Sven-Christian Kindler. "Die Bürger dürfen nicht die Zeche für Missmanagement bei Air Berlin zahlen."

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Kommentare zu "Investor warnt vor Scheitern der Air-Berlin-Gespräche"

Insgesamt 4 Kommentare vorhanden


Kommentar von moses1972
14.09.2017 16:30 Uhr

Dieses Chaos um Air Berlin könnte mit Sicherheit den ein oder anderen Investor verschrecken. Air Berlin und seine Beschäftigen schaden sich mit dem Chaos nur selber.

Kommentar von Eckhard
14.09.2017 08:13 Uhr

Ich kann die Interessenten verstehen. Wer kauft schon die Katze im Sack. Besser wäre es, wenn alle Beschäftigten von Air Berlin zusammen halten würden und zeigen würden, dass sie hinter Ihrer Firma stehen.

Kommentar von Eric17
14.09.2017 01:08 Uhr

Die Frage die sich alle stellen sollten ist doch, obes überhaupt Sinn macht, Air Berlin noch künstlich am Leben zu halten. Welchen Nutzen hat diese Airline für die Gesellschaft?

Kommentar von Freddie32
14.09.2017 00:49 Uhr

nach diesen doch sehr komische Flugausfälle in denen sich an hundert Piloten gleichzeitig krank geschrieben haben könnte System hinter stecken denn genau das könnte air berlin jetzt den hals brechen.