Intensivmediziner: Lockerungen kommen drei Wochen zu früh

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Intensivmediziner: Lockerungen kommen drei Wochen zu früh

04.03.2021 - 10:55 Uhr

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über dts Nachrichtenagentur

Die deutschen Intensivmediziner betrachten die von Bund und Ländern geplanten Lockerungen mit Sorge. "Der Wechsel in Richtung Öffnungsstrategie erfolgt drei Wochen zu früh", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Die Sorge sei, dass man deutlich steigende Zahlen an Neuinfektionen und damit an Intensivpatienten mit Covid-19 haben werde, also in eine dritte Welle rutsche.

Als Gründe für seine Einschätzung nannte Marx steigende Infektionszahlen, eine höhere Rate der B117-Mutante unter den positiven Tests und einen R-Wert von 1,01 bereits bei aktuellen Maßnahmen. Das Risiko sei hoch, dass durch die Virusmutation der R-Wert über 1,2 steigt "und wir wieder in ein exponentielles Wachstum geraten", fürchtet der Intensivmediziner. "Wir hoffen, dass die beschlossenen Notbremsen ausreichen und denken, dass neben der Inzidenzrate der Fokus auch auf die Entwicklung des Reproduktionswertes gerichtet sein muss, um rechtzeitig die Öffnungen zurückzunehmen, um eine hohe dritte Welle zu verhindern." Diese treffe nicht nur intensivpflichtige Patienten. Es sei auch zu verhindern, dass viele Menschen noch kurz vor der Impfung an Coivd-19 erkranken - mit leider häufigen Langzeitfolgen. Die neue Impfverordnung mit Einbeziehung der Hausärzte, einem besseren Nachrückermanagement, der Zulassung von Astrazeneca auch für ältere Patienten und vor allem mehr Impfdosen begrüßen die Intensivmediziner. "Das alles führt zu einer möglichst hohen Impfrate, wie von der Divi gefordert und ist der Weg, die Pandemie zu bewältigen", sagte Marx. Auch die Kombination der Lockerungen mit einer deutlich umfangreicheren Teststrategie sei ein guter Weg, um neue Infektionsherde schnell zu erkennen und zu bannen - auch in den Schulen. Marx appellierte erneut daran, als Bürger diszipliniert zu bleiben. Es sei wichtig, weiter Abstand zu halten, zu lüften, Hygieneregeln zu beachten, medizinische Masken zu tragen, Kontakte zu vermeiden und sich impfen zu lassen.

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