Hitze zwingt erste Kraftwerke zu Drosselungen

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Hitze zwingt erste Kraftwerke zu Drosselungen

26.07.2018 - 12:56 Uhr

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über dts Nachrichtenagentur

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und Hitze wird das Kühlwasser für deutsche Kohle- und Atomkraftwerke knapp. Wie die "Welt" in ihrer Freitagausgabe berichtet, mussten einige Kraftwerke bereits ihre Leistung drosseln. Unter den Anlagen, die aufgrund der Hitze nicht mehr im Vollbetrieb laufen können, befindet sich der Kraftwerksblock RDK 7 im Karlsruher Rheinhafen, der seine Leistung um 140 Megawatt reduzieren musste.

Auch das Steinkohle-Kraftwerk Bergkamen A des Betreibers Steag drosselte aufgrund von Kühlwasserproblemen die Leistung um 150 Megawatt. Weitere Einschränkungen sind absehbar. So muss das Großkraftwerk Mannheim in der kommenden Woche womöglich seine Produktion großteils einstellen, wenn sich der Rhein weiter so erwärmt wie prognostiziert. Wie Kraftwerkssprecher Thomas Schmidt der "Welt" bestätigte, soll dann nur noch der modernste Block 9 mit Hilfe einer Ausnahmegenehmigung der Landesregierung am Netz bleiben. "Zur Erhaltung der Versorgungssicherheit des Landes und um Stromabschaltungen zu vermeiden, können für bestimmte Kraftwerke Ausnahmegenehmigungen zum Weiterbetrieb erteilt werden, wenn es die gewässerökologischen Randbedingungen zulassen", erklärte dazu ein Sprecher des Umweltministeriums Baden-Württemberg. "Einen entsprechenden vorsorglichen Antrag auf eine Ausnahme hat derzeit das Großkraftwerk Mannheim gestellt." Auch das Atomkraftwerk Brokdorf in Schleswig-Holstein könnte in den nächsten Tagen von Leistungseinschränkungen betroffen sein. "Ab einer Elbwasser-Temperatur von 23 Grad Celsius wird die Kraftwerksleistung sukzessive reduziert, damit die wasserrechtliche Einleiterlaubnis für das Kühlwasser eingehalten wird", erklärte ein Sprecher des Kieler Umwelt- und Energiewende-Ministeriums auf der "Welt"-Nachfrage: "Eine Lastabsenkung wurde noch nicht erforderlich, da die aktuelle Elbwassertemperatur gerade 23 Grad Celsius beträgt." Versorgungsengpässe oder gar Stromausfälle sind gleichwohl nicht zu befürchten. Nach Einschätzung des "Regional Security Coordinator" TSCNET Services in München, der die Netzsituation in Europa überwacht, seien "trotz der sehr hohen Temperaturen auf Basis der verfügbaren Datenlage in den nächsten Tagen keine kritischen Situationen im europäischen Stromnetz zu befürchten." Der "Welt" sagte TSCNET-Geschäftsführer Maik Neubauer: "Die Situation wird täglich neu bewertet und ist mit verschiedenen anderen Risikomanagementprozessen europaweit integriert."

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