Habeck rechnet wegen Hitzewelle mit dramatischen Einbu├čen

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Habeck rechnet wegen Hitzewelle mit dramatischen Einbu├čen

23.07.2018 - 00:13 Uhr

Habeck rechnet wegen Hitzewelle mit dramatischen Einbu├čen Habeck rechnet wegen Hitzewelle mit dramatischen Einbu├čen Politik
├╝ber dts Nachrichtenagentur

Der Gr├╝nen-Bundesvorsitzende und schleswig-holsteinische Landwirtschaftsminister Robert Habeck bef├╝rchtet durch die Hitzewelle katastrophale Ernteausf├Ąlle f├╝r die deutsche Landwirtschaft. "Wir haben ein extremes Jahr, ein echtes Seuchenjahr f├╝r die Landwirtschaft", sagte Habeck der "Welt". Die Landwirte, "denen es ja auch schon zuvor ├Âkonomisch nicht gut ging", m├╝ssten mit "dramatischen Einbu├čen rechnen".

"Wir haben gl├╝hende Landschaften", so Habeck. Die Tierhaltung in ihrer sehr intensiven Form sto├če an ihre ├Âkologischen Grenzen. "Im Winter kann die G├╝lle nicht ausgebracht werden, im Sommer mangelt es an Futter. Wir m├╝ssen den Tierbestand reduzieren." Der Klimawandel erzwinge es, "dass wir f├╝r die Bauern Einkommensmodelle entwickeln, die jenseits des bisherigen Systems von `Wachse oder weiche`, also `Produziere immer mehr, hab mehr Tiere, oder gib auf` funktionieren." Als Gegenmodell brachte Habeck eine Umsteuerung zu einer fl├Ąchengebundenen Landwirtschaft ins Spiel: "Ein Betrieb sollte nur so viele Tiere haben, wie er mit dem Ertrag seiner Fl├Ąchen grunds├Ątzlich ern├Ąhren kann. Pr├Ąmien f├╝r Landwirte m├╝ssen also daran gebunden werden, dass eine bestimmte Viehzahl pro Hektar nicht ├╝berschritten wird." Bauern, die weniger K├╝he haben, w├╝rden dann eine h├Âhere Pr├Ąmie bekommen. So k├Ânne man das "industrielle Wachstum mit zu vielen Tieren auf engem Raum und zu viel G├╝llebedarf samt entsprechenden Nitraten im Grundwasser stoppen". Sollte dies nicht geschehen, h├Ąlt der Gr├╝nen-Vorsitzende eine radikalere L├Âsung f├╝r geboten, n├Ąmlich eine "Obergrenze der Viehhaltung": "Das hie├če, dass man beispielsweise nicht ├╝ber zwei Gro├čvieheinheiten - das sind zwei K├╝he - pro Hektar gehen darf." Die Agrarsubventionen w├╝rde Habeck dabei nicht erh├Âhen, sondern bei etwa 350 Milliarden Euro EU-weit pro F├Ârderperiode bleiben. Gerade werde ├╝ber die Neuverteilung der Subventionen ab dem Jahr 2021 verhandelt. "Darum w├Ąre jetzt eine g├╝nstige Situation zur Umstellung." Wenn man jetzt z├╝gig damit beginne, dass die Bauern Geld bekommen, die weniger Tiere halten und dadurch mehr f├╝r die Umwelt tun, w├╝rde das zu einem neuen System f├╝hren, "in dem h├Âhere Viehbest├Ąnde nicht mehr die einzige Antwort sind. Dann vermeiden wir das Ordnungsrecht", so Habeck. "Wenn man das jetzt aber nicht einleitet, wird man wahrscheinlich nicht umhinkommen, sehr bald zu einer strikten Obergrenze zu kommen."

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