Grundsteuerreform: Experten rechnen mit AufschlĂ€gen fĂŒr Top-Lagen

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Grundsteuerreform: Experten rechnen mit AufschlĂ€gen fĂŒr Top-Lagen

15.04.2018 - 00:03 Uhr

Grundsteuerreform: Experten rechnen mit AufschlĂ€gen fĂŒr Top-Lagen Grundsteuerreform: Experten rechnen mit AufschlĂ€gen fĂŒr Top-Lagen Wirtschaft
ĂŒber dts Nachrichtenagentur

Bei der bevorstehenden Reform der Grundsteuer sollten Eigenheimbesitzer und Mieter nicht unbedingt mit einer Entlastung rechnen. Stattdessen erwarten die Experten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), dass es fĂŒr etliche Steuerzahler teurer werden dĂŒrfte. "Egal, welches Modell kommt - es wird bei einigen BĂŒrgern zu höherer Belastung, bei anderen zu einer Entlastung fĂŒhren", sagte IW-Wohnungsmarktexperte Ralph Henger der "Welt am Sonntag".

Denn auf irgendeine Art und Weise mĂŒsse der Gesetzgeber nun die Vorgabe aus Karlsruhe umsetzen und dabei die Wertentwicklung von Immobilien bei der Besteuerung berĂŒcksichtigen. In der vergangenen Woche hatte das Bundesverfassungsgericht die Bundesregierung dazu verpflichtet, das Gesetz zu ĂŒberarbeiten. Hintergrund ist, dass die Einheitswerte, die der Berechnung der Grundsteuer zugrunde liegen, seit Jahrzehnten nicht mehr neu festgesetzt worden sind. Die Richter bemĂ€ngelten, dass dies gegen das Gleichheitsprinzip verstoße. Die Bundesregierung muss nun bis Ende nĂ€chsten Jahres ein neues Gesetz schreiben, mit Übergangsfrist bis 2024. Das Kölner Institut favorisiert dabei fĂŒr das kĂŒnftige Modell ebenso wie der Mieterbund und viele BĂŒrgermeister eine einfache Bodenwertsteuer. Der Vorteil: Die Bodenrichtwerte werden regelmĂ€ĂŸig von den GutachterausschĂŒssen vor Ort ermittelt und liegen schon vor. "Und eine Besteuerung wĂ€re sachgemĂ€ĂŸ, denn der Bodenwert ist höher, je zentraler ein GrundstĂŒck liegt und je höher die GeschossflĂ€chenzahl ist. Im Bodenrichtwert ist also auch die wirtschaftliche Verwertbarkeit enthalten", sagt Henger. FĂŒr Hausbesitzer in guten Lagen und teuren StĂ€dten dĂŒrfte das zum Teil krĂ€ftige AufschlĂ€ge bedeuten, weil ihre GrundstĂŒcke meistens im Wert gestiegen sind. "Diese Wirkung ist meines Erachtens auch richtig", so der IW-Experte. Wer viel FlĂ€che in zentraler Lage verbrauche, könne auch etwas stĂ€rker zur Kasse gebeten werden. Ähnlich beurteilte das auch Stefan Bach, Steuerexperte des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW): "Die Simulationen zeigen: Die Bewohner in teuren Lagen mit EinfamilienhĂ€usern werden tendenziell stĂ€rker belastet. Aber auch Geschosswohnungen in attraktiven Innenstadtlagen könnten ĂŒber die hohen Bodenpreise belastet werden, wenn sie nicht so intensiv genutzt werden." Anders sehe es in Lagen mit gĂŒnstigem, verdichtetem Mietwohnungsbau aus, wie beispielsweise dem MĂ€rkischen Viertel in Berlin mit seinen rund 17.000 Wohnungen. Dort könnten die Mieter einigermaßen beruhigt sein. FĂŒr EigentĂŒmer auf dem Land geben die Experten ebenfalls Entwarnung. "Dort sind die Unterschiede in der Bebauung und der Wertentwicklung nicht so groß wie in urbanen Regionen", sagt IW-Ökonom Henger. Das klassische Einfamilienhaus in der Kleinstadt werde daher wohl nicht deutlich stĂ€rker belastet.

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