Grand City Properties: Mietpreisbremse schadet Immobilienmarkt

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Grand City Properties: Mietpreisbremse schadet Immobilienmarkt

09.09.2017 - 15:23 Uhr

Grand City Properties: Mietpreisbremse schadet Immobilienmarkt Grand City Properties: Mietpreisbremse schadet Immobilienmarkt Wirtschaft
über dts Nachrichtenagentur

Der Chef des MDAX-Neulings Grand City Properties hat im Kampf gegen steigende Immobilienpreise ein Umdenken bei der Mietpreisbremse gefordert. "Die Politik muss die tatsächliche Ursache für die steigenden Preise angehen", sagte Grand-City-Properties-Chef Christian Windfuhr der "Welt am Sonntag". Das Angebot an bezahlbarem Wohnraum müsse vergrößert und damit die Angebotslücke geschlossen werden.

Die Mietpreisbremse habe nicht die erhoffte Wirkung gezeigt. "Zum einen sollte sie bezahlbare Mieten sicherstellen. Das gelingt aber - vor allem in Großstädten wie Berlin - nicht immer", so Windfuhr. Zum anderen habe die Mietpreisbremse den Bau neuer und dringend benötigter bezahlbarer Wohnungen nicht ausbremsen sollen, doch genau das sei passiert. "Hier muss neu gedacht werden", sagte Windfuhr. Die ab 18. September neu im Aktienindex MDAX gelistete Immobiliengesellschaft kauft vernachlässigte und schlecht vermietete Wohnungen günstig ein und saniert sie. Eine Immobilienblase sieht Windfuhr trotz der in Ballungsgebieten deutlich gestiegenen Preise nicht: "Sicherlich gibt es einzelne Regionen, in denen man von einer Überhitzung reden kann", sagte er der Zeitung. "Aber betrachten wir den Gesamtmarkt, befinden wir uns auf einem gesunden Wachstumskurs, der von einer nachhaltig zunehmenden Nachfrage genährt wird". Mit unzufriedenen Mietern geht der Chef von Grand City Properties gelassen um. "Das bleibt bei unserem Geschäftsmodell natürlich zunächst nicht ganz aus, da wir Immobilien erwerben, die durch Vorbesitzer vernachlässigt wurden, aber dadurch für uns ein hohes Optimierungspotenzial aufweisen. Die Behebung der Missstände können wir natürlich nicht komplett am ersten Tag der Akquisition bewältigen." Den Gewinn von Grand City Properties sieht Windfuhr weiter wachsen. "Wir steigern die Mieteinnahmen vergleichbarer Wohnungen in unserem Portfolio durch Mieterhöhungen und Leerstandreduzierung durchschnittlich um 4,3 Prozent pro Jahr. Wir glauben, dass wir auch in Zukunft ein ähnlich gutes Ergebnis erreichen können", sagte er der "Welt am Sonntag". Das Portfolio, welches aktuell aus knapp 87.000 Wohnungen besteht, soll weiter wachsen: "Sicherlich ist das Angebot in guten Lagen deutlich weniger geworden, aber wir haben einige Kaufopportunitäten in der Pipeline. Wir gehen davon aus, dass unser Portfolio jährlich um rund fünf bis zehn Prozent wachsen kann." Grand-City-Properties-Chef Windfuhr rechnet auch mit einer steigenden Rendite: "Wir verfolgen ganz konsequent eine kontinuierliche Dividendenpolitik mit nachhaltigem Wachstum der Ausschüttung. Mit unserem stetig steigenden operativen Ergebnis dürfte diese positive Entwicklung in den nächsten Jahren so weitergehen."

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Kommentare zu "Grand City Properties: Mietpreisbremse schadet Immobilienmarkt"

Insgesamt 4 Kommentare vorhanden


Kommentar von skazchan
10.09.2017 18:11 Uhr

Das ist bedauerlich, ich habe selbst ewig lange nach einer bleibe in unseren größeren Hauptstätten gesucht und die waren vollkommen überteuert, und bestenfalls durchschnittlich. Mitpreisbremse ist dringend notwendig

Kommentar von moses1972
09.09.2017 22:48 Uhr

Klar das die die Mietpreisbremse ablehnen. Fakt ist doch das immer mehr Menschen nicht mehr in der Lage sind guten und bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Kommentar von Eckhard
09.09.2017 16:46 Uhr

Da wird wohl Dauerzelten bald eine lukrative Alternative werden. Es ist eine Frechheit, das alle Preise steigen, die Reallöhne aber ständig schrumpfen.

Kommentar von Freddie32
09.09.2017 16:32 Uhr

Aber wie soll das alles weiter gehen wenn man jetzt schon so viel Miete bezahlen muss das von dem geld das man verdient kaum noch etwas übrig bleibt?
Wohnung sollte selbstverständlich sein und nicht all das verdiente geld kosten.
Diese entwicklung ist furchtbar.