EZB stellt Bedingungen für Großbanken-Fusion

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EZB stellt Bedingungen für Großbanken-Fusion

01.02.2019 - 00:10 Uhr

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über dts Nachrichtenagentur

Die Überlegungen für eine mögliche Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank sind laut eines Zeitungsberichts weiter gediehen als bislang bekannt und beschäftigen mittlerweile auch die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank. Die Behörde habe beiden Kreditinstituten eine Reihe von Bedingungen gestellt, die erfüllt sein müssten, um den Zusammenschluss zu genehmigen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (Freitagsausgabe) unter Berufung auf Aufsichtskreise. Es gehe vor allem darum, ein tragfähiges Geschäftsmodell auszuarbeiten.

Die neue Großbank müsse "rentabel" sein, fordern die Aufseher. Das sei nach derzeitigem Zustand der beiden Kreditinstitute noch nicht der Fall. Außerdem müssten die Aktionäre eventuell zusätzliches Kapital bereitstellen. Ob sich eine Fusion umsetzen ließe, hinge auch von den Finanzmärkten ab. Eine Börsenunruhe mit Spekulationen gegen den Bankensektor könne das Vorhaben zum Scheitern bringen, hieß es. Die EZB wollte sich nicht äußern. Über einen baldigen Zusammenschluss der beiden Institute wird seit Monaten spekuliert. Während beide Banken öffentlich stets betonen, sich eigenständig verbessern zu wollen und allenfalls in zwölf bis 18 Monaten reif für ein derartiges Projekt sein könnten, findet die Bundesregierung offenbar zunehmend Gefallen an einer Fusion. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) treibt die Sorge um, die Deutsche Bank könne in eine Abwärtsspirale aus weiter fallendem Aktienkurs und höheren Refinanzierungskosten geraten. Dreh- und Angelpunkt ist die Frage, ob es der Bank gelingt, die Kosten schneller zu senken, als ihre Erträge sinken. In Kreisen der Deutschen Bank heißt es, Fusionsgespräche könnten wahrscheinlicher werden, sollte sich die Lage der Bank nicht bis Ende März bessern. Bank-Chef Christian Sewing wird an diesem Freitag auf der Bilanzpressekonferenz die Zahlen des Instituts für das Jahr 2018 vorstellen. Auch die Commerzbank kämpft nach dem Abstieg aus dem DAX, dem wichtigsten deutschen Börsenindex, in den M-DAX gegen den Bedeutungsverlust. Zuletzt hatten sich die beiden Banken vor zweieinhalb Jahren über eine mögliche Fusion ausgetauscht, die Pläne dann aber verworfen. Die europäischen Bankenaufseher würden einen nationalen Zusammenschluss dem Vernehmen nach nicht forcieren. Eigentlich sind den Aufsehern grenzüberschreitende Fusionen lieber, und auch das nicht um jeden Preis. Andrea Enria, seit Januar Chef der EZB-Bankenaufsicht, sei für "politische Deals" nicht zu haben, heißt es. Nach Ansicht der EZB-Aufseher müssten zunächst die Aktionäre der Institute entscheiden, ob sie die Fusion wollten und bereit wären, dafür deutlich mehr Kapital zur Verfügung zu stellen. Das Interesse des deutschen Staates reiche dafür nicht aus. Hinter vorgehaltener Hand äußern sich einige große Anteilseigner skeptisch zur Fusion. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hingegen wird sich einer Fusion nicht in den Weg stellen, schon allein, weil sie dem Finanzministerium unterstellt ist.

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