Ex-EKD-Ratsvorsitzender Huber will mehr Meinungsstreit

Gemischtes Asyl Integration Religion


Ex-EKD-Ratsvorsitzender Huber will mehr Meinungsstreit

09.08.2017 - 11:20 Uhr

Ex-EKD-Ratsvorsitzender Huber will mehr Meinungsstreit Ex-EKD-Ratsvorsitzender Huber will mehr Meinungsstreit Gemischtes
über dts Nachrichtenagentur

Der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, fordert mehr Meinungsstreit. "Wir erleben eine neue Subkultur der Selbstgerechtigkeit", sagte der Theologe der Wochenzeitung "Die Zeit". Man schließe sich "im Kokon der eigenen Überzeugungen" ein, bleibe unter Gleichgesinnten und pflege seine Vorurteile.

"Diese Selbstgerechtigkeit tötet den öffentlichen Diskurs", warnte Huber. Zur Flüchtlingsfrage erklärte Huber, Deutschland solle "endlich aufhören, alle Flüchtlinge durch das deutsche Asylverfahren zu schleusen". Wer aus einem Bürgerkrieg fliehe, sei kein Asylbewerber, sondern genieße subsidiären Schutz. Das gelte insbesondere für Opfergruppen wie Christen und Jesiden: "Menschen, die unter religiöser Verfolgung leiden, sollen unser Land erreichen können!" Die Politik müsse "die Fluchtgründe unterscheiden, statt alle Flüchtlinge über einen Kamm zu scheren". Huber kritisierte auch ein EKD-Papier über Flüchtlinge: Es rufe zwar zur Debatte auf, debattiere selber aber nichts, sondern präsentiere nur Überzeugungen. "Streitkultur sieht anders aus."

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Kommentare zu "Ex-EKD-Ratsvorsitzender Huber will mehr Meinungsstreit"

Insgesamt 3 Kommentare vorhanden


Kommentar von moses1972
09.08.2017 21:49 Uhr

Ja das gilt in vielen Bereichen. Ein gesunder und fairer Meinungsstreit gehöhrt, meiner Meinug nach, zu einer gesunden Demokratie. Leider geht es zur Zeit bei uns etwas verloren.

Kommentar von Freddie32
09.08.2017 12:06 Uhr

Unrecht hat er nicht,Streitkultur finde ich wichtig aber noch wichtiger die meinungsfreiheit,solange eine Meinung keine Drohung da stellt sollte jeder sagen dürfen was er denkt.

Kommentar von Spongebob
09.08.2017 11:30 Uhr

Der Begriff Streitkultur scheint mir etwas ungünstig gewählt. Aber ganz so verkehrt ist seine These nicht. In heutigen Worten wo jedes einzelne Wort unter die Lupe genommen wird, wird man immer Formulierungsscheuer. Es gibt kaum noch Sätze, die man formulieren kann ohne gleich als diskrimierend, rassistisch oder konservativ eingestuft zu werden. Und dies kann tatsächlich dazu führen, das man sich immer weniger austauscht und weniger diskutiert was zur Folge hat, dass jeder in seiner Blase mit seinen Ansichten bleibt, weil man keine andere Ansicht ruhig und runtergrbrochen erklärt bekommen kann.