Evangelische Kirche verstärkt Kritik an Flüchtlingspolitik

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Evangelische Kirche verstärkt Kritik an Flüchtlingspolitik

08.09.2017 - 21:22 Uhr

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über dts Nachrichtenagentur

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, hat die Kritik des Kölner Erzbischofs, Kardinal Rainer Woelki, an der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung auf Europa ausgeweitet. "Eine Politik der Abschottung und Ausgrenzung ist weder aus humanitärer noch aus menschenrechtlicher oder politischer Sicht eine Lösung", sagte Rekowski dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstagsausgabe). Nächstenliebe kenne keine Grenzen.

Rekowski forderte ein gerechtes System für die Verteilung von Flüchtlingen und zugleich mehr Offenheit, besonders beim umstrittenen Thema Familiennachzug. Anerkannte Asylbewerber hätten das Recht auf Familienzusammenführung mit Ehe- oder Lebenspartner und minderjährigen Kindern. Integration gelinge am besten mit der Familie. "Und unsere Gesellschaft ist in der Lage, noch mehr Flüchtlinge aufzunehmen", sagte Rekowski, gab aber auch zu bedenken, dass diese Politik letztlich auch von der Bevölkerung getragen sein müsse. Zuvor hatte Kardinal Woelki der Bundesregierung einen unmenschlichen Umgang mit Flüchtlingen vorgeworfen und auch das EU-Türkei-Abkommen scharf verurteilt. Politiker von Union und SPD würdigten zwar Woelkis Einsatz für christliche Werte, hoben aber auch die Notwendigkeit klarer Regeln für die Aufnahme von Migranten hervor. Das EU-Türkei-Abkommen habe das massenhafte Sterben im Mittelmeer eindämmen können, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Heribert Hirte der Zeitung. Er sprach von einer Entscheidung "aus humanitären Gründen". Wie Hirte, unterstrich auch seine Kollegin Gisela Manderla, eine Steuerung der Migration sei Voraussetzung für "harmonische Integration". SPD-Fraktionsvize Rolf Mützenich sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", es sei "beschämend", dass EU-Mitglieder wie Ungarn oder Polen eine solidarische Flüchtlingspolitik verhinderten. Mützenich verwies zudem auf den Ruf der SPD nach einem Einwanderungsgesetz.

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Kommentare zu "Evangelische Kirche verstärkt Kritik an Flüchtlingspolitik"

Insgesamt 5 Kommentare vorhanden


Kommentar von skazchan
10.09.2017 20:03 Uhr

Ich habe nichts mitbekommen von Kirchlicher Mithilfe bei der Flüchtlingskrise, deshalb frag ich mich mit welchem Recht hier Forderungen von dieser gestellt werden. Klar ist die Flüchtlingsfrage schwierig, doch rummeckern bringt keinen weiter. Wer helfen will, der nimmt Flüchtlinge auf oder Spendet zusätzlich

Kommentar von moses1972
09.09.2017 22:20 Uhr

Die Flüchtlingspolitik in Deutschland ist echt ein Armutszeugnis für ein so reiches Land. Leider wird nur viel geredet und nur sehr wenig getan. Echt enttäuschend.

Kommentar von Kneipenchef
09.09.2017 16:01 Uhr

Und wieder mischt sich die Kirche in Sachen ein die sie aber auch gar nichts angeht. Solange die Kirche sich weder finanziell noch mit Sachgütern um die Flüchtlinge kümmert, hat sie nicht das geringste Mitspracherecht.

Kommentar von Eckhard
09.09.2017 09:51 Uhr

Klar, das die Kirche auch Ihren Senf dazu gibt. Tretet mal lieber ein paar Millionen eurer Reichtümer los und helft damit anstatt zu sammeln und den Menschen ein schlechtes Gewissen zu machen.

Kommentar von Freddie32
09.09.2017 02:57 Uhr

Humanitäre Hilfe ist absolut wichtig aber man muss auch ein gesundes Gleichgewicht schaffen,man wird die weltlage durch maßeneinwanderung nicht verbessern können,es muss effektiv auch vor ort geholfen werden.