EU verliert im Abgas-Skandal Geduld mit Autobauern

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EU verliert im Abgas-Skandal Geduld mit Autobauern

21.07.2017 - 00:00 Uhr

EU verliert im Abgas-Skandal Geduld mit Autobauern EU verliert im Abgas-Skandal Geduld mit Autobauern Wirtschaft
über dts Nachrichtenagentur

Die EU-Kommission verliert im Abgas-Skandal die Geduld mit Mitgliedsstaaten und Herstellern. In einem aktuellen Schreiben an alle EU-Verkehrsminister fordert die EU-Industriekommissarin Elżbieta Bieńkowska, manipulierte Autos radikal aus dem Verkehr zu ziehen. Sollten etwa solche Fahrzeuge von VW bis Ende dieses Jahres nicht umgerüstet sein, müssten sie ab 2018 stillgelegt werden.

So geht es aus dem Papier hervor, über das die "Süddeutsche Zeitung" (Freitagsausgabe) berichtet. Die Forderung gilt als brisant, denn europaweit sind Millionen Fahrzeuge noch nicht umgerüstet. Die Kritik reicht noch weiter. Nationalen Prüfbehörden wirft die EU-Kommission Versagen vor. Es sei bestürzend, dass auch die neuen Verdachtsfälle bei Audi und Porsche nicht von den Aufsichtsbehörden entdeckt wurden. Staatsanwaltschaften hatten sie ermittelt. Bei der Bekämpfung der Krise sei eine härtere Gangart nötig. Ein Ende der Affäre sei noch immer nicht in Sicht. Offenbar bereite die Kommission so schärfere Richtlinien vor, erklärt die europäische Umweltorganisation Transport & Environment. Jedenfalls weist Bieñkowska Kritik aus Deutschland brüsk zurück. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sieht die Schuld am Abgasskandal in laxen EU-Vorschriften. Während die Kommissarin eine harte Reaktion bei fehlender Umrüstung befürwortet und so den Druck auf die Autoindustrie erhöht, warnt sie eindringlich vor dramatischen Folgen eines generellen Diesel-Fahrverbots, wie es in Deutschland diskutiert wird. Politiker und Industrie könnten kein Interesse an einem "rasant kollabierenden Diesel-Markt infolge lokaler Fahrverbote" haben: "Das würde der Industrie nur die Mittel entziehen, in emissionsfreie Autos zu investieren." Bieñkowska schließt Fahrverbote aber nicht aus, wenn sie als äußerste Maßnahme zum Schutz der Bevölkerung unvermeidlich seien. Dann müssten Kriterien solcher Fahrverbote europaweit harmonisiert werden, fordert sie.

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Kommentare zu "EU verliert im Abgas-Skandal Geduld mit Autobauern"

Insgesamt 2 Kommentare vorhanden


Kommentar von moses1972
21.07.2017 11:26 Uhr

Ja da kann man auch die Geduld verlieren. Die Autobauer betrügen mit absicht nicht nur die Verbraucher sondern schaden auch unser aller Umwelt beträchtlich.

Kommentar von GoldSaver
21.07.2017 10:21 Uhr

Natürlich müssen die Autos aus dem Verkehr gezogen werden oder man muss sie umrüsten. Es kann aber nicht sein, das keins von beiden passiert.
Die Frage ist nur, wer zahlt die Umrüstung? Im Grunde müssten es die Autobauer, da die es verursacht haben.