EIF-Chef warnt vor härteren Zeiten für europäische Start-Ups

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EIF-Chef warnt vor härteren Zeiten für europäische Start-Ups

02.11.2019 - 13:27 Uhr

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über dts Nachrichtenagentur

Der Chef des European Investment Funds (EIF), Pier Luigi Gilibert, warnt vor härteren Zeiten für Start-Ups in Europa. "Investoren in Start-Up-Zentren wie Berlin und London machen sich zunehmend Sorgen über eine mögliche Rezession", sagte der Ökonom der "Welt am Sonntag". Die letzten drei bis vier Jahre seien "Boom-Jahre für uns und die Start-Up-Wirtschaft in ganz Europa" gewesen.

Aber der Markt reagiere "sehr sensibel auf Rezessionsängste", so der EIF-Chef weiter. Investoren reagierten sofort auf solche Stimmungsänderungen und die Zahl sogenannter Exits, bei denen Investoren Start-Ups verkaufen oder an die Börse bringen, sei bereits erheblich gesunken, sagte Gilibert. Der EIF ist eine Tochter der Europäischen Investitionsbank (EIB) und einer der größte Wagniskapitalgeber in Europa. Der Fonds, an dem die EIB, die EU-Kommission und verschiedene Finanzinstitute aus EU-Mitgliedsländern beteiligt sind, war in den vergangenen 25 Jahren an der Finanzierung von rund 1,5 Millionen kleinen und mittelgroßen Unternehmen und Start-Ups beteiligt. "Wir sehen, dass große Start-Up-Investoren sich mehr Sorgen über die Zukunft machen", sagte Gilibert der "Welt am Sonntag". Fondsmanager klopften "zunehmend häufiger an unsere Tür, weil sie Angst haben, dass die Liquidität austrocknet, wenn es eine Rezession gibt. Sie machen sich Sorgen, dass sie ein einem halben Jahr oder einem Jahr nicht mehr so einfach Geld von privaten Investoren einsammeln können", so der Ökonom weiter. Unter Fondsmanagern gelte eine Beteiligung des EIF an einem Wagniskapitalfonds als ein Qualitätssiegel. Deshalb beeilten sich viele Fondsmanager, Gilibert und sein Team an Bord zu holen, bevor große private Anleger ihre Brieftaschen schließen. "Im gegenwärtigen Klima glauben viele Fondsmanager, dass es ihnen leichter fallen wird, Geld einzusammeln, wenn wir an Bord sind", sagte Gilibert der "Welt am Sonntag". In den Boom-Zeiten sei dies "weniger entscheidend" gewesen, "weil mehr als genug Geld da war", so der EIF-Chef weiter.

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