DIW-Studie: Deutschland droht eklatanter Mangel an Arbeitskräften

Wirtschaft Arbeitsmarkt Unternehmen


DIW-Studie: Deutschland droht eklatanter Mangel an Arbeitskräften

30.08.2017 - 19:06 Uhr

DIW-Studie: Deutschland droht eklatanter Mangel an Arbeitskräften DIW-Studie: Deutschland droht eklatanter Mangel an Arbeitskräften Wirtschaft
über dts Nachrichtenagentur

Deutschland droht einer Studie zufolge in den kommenden Jahrzehnten ein eklatanter Mangel an Arbeitskräften. Bis zum Jahr 2040 droht ein Rückgang des Erwerbstätigen-Potenzials um sieben Millionen Personen, wenn Deutschland nicht Jahr für Jahr ausländische Arbeitskräfte ins Land holt, berichtet das "Handelsblatt" (Donnerstag) unter Berufung auf eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). In der Studie hat das DIW verschiedene Szenarien zur Entwicklung des Erwerbstätigen-Potenzials bis zum Jahr 2040 durchgerechnet.

Im schlimmsten Fall fehlen demnach 2040 im Vergleich zu heute 9,5 Millionen Arbeitskräfte. Dies wäre der Fall, wenn die Erwerbsquote auf dem heutigen Niveau von rund 71 Prozent stagniert und es keine Einwanderung gäbe. Selbst bei einer jährlichen Netto-Zuwanderung von 200.000 Menschen im Jahr würden in diesem Negativ-Szenario noch immer sechs Millionen Arbeitnehmer fehlen. Würde die Erwerbsquote dagegen so stark steigen wie in den vergangenen fünf Jahren, würde sich die Arbeitskräfte-Engpass in Grenzen halten. So würde ohne Zuwanderung das Erwerbspotenzial bis 2040 um drei Millionen sinken, bei einer Zuwanderung von 200.000 Menschen im Jahr sogar konstant bleiben. Allerdings ist eine derart günstigste Entwicklung laut der Studie höchst unwahrscheinlich. Denn in diesem Fall würde am Ende jede Arbeitskraft zwischen 55 und 64 Jahren in Lohn und Brot stehen. Ein realistisches Szenario ist laut Studie eine Entwicklung wie in der Schweiz. Dort ist die Erwerbsquote mit 75,6 Prozent rund 4,5 Prozentpunkte höher als in Deutschland. Gelingt es, bis 2040 die Erwerbsquote auf das heutige Schweizer Niveau zu heben, "würde sich das Erwerbspersonenpotenzial bis 2040 um sieben Millionen Personen verringern", heißt es in der Studie. Deutlich abgedämpft würde der Effekt, wenn jedes Jahr 200.000 mehr Zuwanderer ins Land strömen als abwandern. Dann würden 2040 noch 2,4 Millionen Arbeitskräfte fehlen. Das DIW sieht deshalb vor allem Zuwanderung als probates Mittel, um die Folgen der demografischen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt abzufedern. "Deutschland wird künftig mehr oder minder stark auf Zuwanderung angewiesen sein", sagte DIW-Forscher Karl Brenke.

Facebook Twitter Google+ Xing Linkedin

Ähnliche Artikel

Folgende Artikel aus dem Thema Wirtschaft könnten Sie auch interessieren

Jetzt kostenlos registrieren !

Verpassen Sie keine aktuellen Neuigkeiten mehr und registrieren Sie sich kostenlos zu unseren Diensten.


Neuen Kommentar schreiben

Um einen Kommentar schreiben zu können,
müssen Sie angemeldet sein.


Kommentare zu "DIW-Studie: Deutschland droht eklatanter Mangel an Arbeitskräften"

Insgesamt 8 Kommentare vorhanden


Kommentar von skazchan
05.09.2017 21:27 Uhr

Dieser Geschwätz von mangelnden Fachkräften hört wohl nie auf. Inzwischen sollte dies auch keiner mehr ernst nehmen und sich fragen wieso immer weniger Menschen bereit sind ein Studium zu beenden nur um dann unter dem Niveau bezahlt zu werden.

Kommentar von CgoL81
31.08.2017 13:40 Uhr

Naja, es ist wohl leicht zu erkennen, dass man keinen Langzeitarbeitslosen auf eine hochqualifizierte Managerstelle vermitteln kann; auch bei 2,5 Millionen Arbeitslosen. Da helfen auch keine Jobmaßnahmen von der Agentur, da hilft nur Eigeninitiative. Die Leute von der Agentur sind nämlich auch nur begrenzt wirtschaftlich denkend.

Kommentar von Robo73
31.08.2017 10:50 Uhr

Woran liegt das wohl ? Vielleicht sollte man mal anfangen, Erwerbstätige ordentlich und fair zu bezahlen !!! Speziell in den neuen Bundesländern sind die Löhne oftmals auf untersten Niveau.

Kommentar von PurpleColumbine
31.08.2017 10:37 Uhr

Wieso das denn? Wir haben doch genug Arbeitslose? Ist irgendwie für mich nicht nachvollziehbar. Kann man diese Stellen denn nicht vermitteln? Und dann natürlich auch besetzen.

Kommentar von Sunshine-Boy
31.08.2017 01:44 Uhr

Also laut meiner "Information" liegt es oft daran, das vom Arbeitsamt nicht die Stellen vermittelt werden, die man gelernt hat, oder der Lohn ist zu gering...

Kommentar von stekup
30.08.2017 22:54 Uhr

Am Ende sind diese Studien und Hochrechnungen nur Spekulation! Wie sich unsere Wirtschaft und damit der Arbeitsmarkt weiterentwickelt, kann derzeit keiner sagen. In jeder Glaskugel kann man da mehr sehen!

Kommentar von moses1972
30.08.2017 22:06 Uhr

Bei 2,5 Millionen offiziellen Arbeitslosen müssten doch eigentlich genügend Arbeitskräfte vorhanden sein. Es ist doch nur die Frage wie man diese wieder ins Arbeitsleben bekommt.

Kommentar von Freddie32
30.08.2017 19:19 Uhr

man kann das natürlich nie zu 100% sagen aber wenn die wahrscheinlichkeit groß ist das bis 2040 so viele arbeitsplätze fehlen muss jetzt schon dagegen gewirkt werden und etwas getan werden hinsichtlich der Politik.