Diesel-Skandal: SPD-Verkehrspolitikerin will Hardware-Lösungen

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Diesel-Skandal: SPD-Verkehrspolitikerin will Hardware-Lösungen

30.07.2017 - 18:53 Uhr

Diesel-Skandal: SPD-Verkehrspolitikerin will Hardware-Lösungen Diesel-Skandal: SPD-Verkehrspolitikerin will Hardware-Lösungen Politik
über dts Nachrichtenagentur

Die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Kirsten Lühmann, hat die Autoindustrie angesichts des Diesel-Skandals aufgefordert, wirksame technische Lösungen einzusetzen. "Ich erwarte von der Autoindustrie, dass sie da aufsattelt, und dass sie ihre Verweigerungshaltung aufgibt", sagte Lühmann im RBB-"Inforadio". Um Abgase zu reduzieren, reichten Sofware-Updates bei Euro-5-Fahrzeugen, wie sie die Autoindustrie auf Druck angeboten habe, nicht aus: "Wir müssen auch Euro-6-Fahrzeuge ins Visier nehmen, und selbst dann sind das maximal zehn Prozent der Abgase, die wir damit vermeiden können. Und für die hochbelasteten Städte wir Stuttgart, München oder auch im Ruhrgebiet wird das nicht reichen."

Lühmann appellierte an die Autohersteller, ihren Widerstand gegen Hardware-Lösungen aufzugeben, um die Abgase direkt zu reinigen. Die Industrie sage seit zwei Jahren, dass man das nicht könne und dass die Entwicklungszyklen so lange dauerten, dass die Autos schon vom Markt sind. Die SPD-Politikerin verwies auf ein Gegenbeispiel: "Es hat jetzt ein Mittelständler in Baden-Württemberg, bei Stuttgart, ein Gerät entwickelt, und zwar mit handelsüblichen Bauteilen, das für einen VW-Passat und für einen Euro-2-Bus die Abgase von bis zu 90 Prozent der gefährlichen Stickoxiden befreit." Auch die Politik müsse diese Umrüstung unterstützen, sagte Lühmann. Als geeignete Maßnahme nannte sie eine Prämie für Kommunen, wenn diese ihre Nahverkehrsflotte umstellten: Man habe im Bereich ÖPNV-Busse noch überwiegend Diesel-Fahrzeuge im Einsatz. "Und auch wenn wir die nachrüsten: Wir müssen da sukzessive auf eine neue Technik setzen. Und viele Kommunen haben schlicht das Geld dazu nicht, und da müssen wir natürlich auch vom Bund unterstützen."

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Kommentare zu "Diesel-Skandal: SPD-Verkehrspolitikerin will Hardware-Lösungen"

Insgesamt 4 Kommentare vorhanden


Kommentar von GoldSaver
31.07.2017 18:21 Uhr

Klar, die Hardware-Lösung ist sicher sinnvoller und effektiver, nur leider auch kostspieliger.

Ich sehe eher das Problem, das Diesel bald schon ganz verboten werden soll, warum also jetzt noch viel investieren? So denken die sicher auch.

Kommentar von Senator67
31.07.2017 18:05 Uhr

So langsam kann man der gesammte Autoindustrie nix mehr glauben. Hier helfen wirklich nur strengere Gesetze und harte Strafen. Bisher ist das alles nur rumeiern ohne Hand und Fuß.

Kommentar von moonraker2005
30.07.2017 23:14 Uhr

Nur ein bischen an der Software ändern ist auch meiner Meinung nach nicht die richtige Lösung. Es müssen Lösungen her die alle gesetzlichen Vorgaben voll erfüllen.

Kommentar von moses1972
30.07.2017 23:02 Uhr

Es muss die beste Lösung für die Verbraucher und die Umwelt her egal wie teuer sie ist. Das selbst verständlich auf kosten der Verursacher , den Autokonzernen.