Bericht: Berlin-Attentäter Amri besaß tunesisches Ausweisdokument

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Bericht: Berlin-Attentäter Amri besaß tunesisches Ausweisdokument

11.07.2017 - 04:00 Uhr

Bericht: Berlin-Attentäter Amri besaß tunesisches Ausweisdokument Bericht: Berlin-Attentäter Amri besaß tunesisches Ausweisdokument Politik
über dts Nachrichtenagentur

Der Tunesier Anis Amri, der im Dezember den Terroranschlag mit zwölf Toten auf dem Berliner Breitscheidplatz verübt hat, hat entgegen bisheriger Informationen möglicherweise ein tunesisches Ausweisdokument besessen. Das berichtet die "Welt". Es ein solcher Pass wäre hilfreich gewesen, um den Islamisten in sein Heimatland abzuschieben.

Monatelang hatten deutsche Behörden vergeblich versucht, entsprechende Ersatzpapiere aus Tunesien zu erhalten. Das Berliner Landeskriminalamt (LKA) überwachte dem Bericht zufolge im April 2016 ein Telefongespräch von Anis Amri mit einem Bekannten. Der Freund habe Amri mitgeteilt, dass er dessen Reisepass in der Moschee gefunden habe. "Mach die Bilder aus dem Pass, und wirf ihn weg. Ich brauche ihn nicht mehr", soll Amri daraufhin gesagt haben. Das Gespräch wurde laut "Welt" von den Ermittlern zwar aufgezeichnet, jedoch erst später übersetzt, protokolliert und ausgewertet. Der Hinweis auf den Reisepass sei zudem weder an eine Ausländerbehörden, noch die nordrhein-westfälische Polizei oder an eine Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden. Mehrere Berliner Innenpolitiker fordern angesichts der neuen Informationen über einen Pass des Terroristen weitere Aufklärung: "Es gab offenbar den Hinweis, dass Anis Amri möglicherweise doch einen gültigen Reisepass besessen hat", sagte der Berliner FDP-Innenexperte Marcel Luthe der "Welt". "Wenn diesem Hinweis nachgegangen worden wäre, hätte man ihn damit vielleicht frühzeitig abschieben können. Das muss jetzt weiter aufgeklärt werden." Auch Burkhard Dregger, innenpolitischer Sprecher der Berliner CDU und Vorsitzender des Untersuchungsausschusses zum Fall Anis Amri, sieht weiteren Aufklärungsbedarf. "Wir werden der Information über das besagte Telefonat weiter nachgehen", sagte Dregger der Zeitung. Es müsse nun gründlich aufgearbeitet werden, ob es nicht doch Gelegenheiten gab, Amri vor seinem Anschlag nach Tunesien abzuschieben. Etwa mit einem Ausweisdokument, dass der Islamist den Behörden womöglich verheimlicht hatte. In den Monaten vor dem Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz hatten mehrere Behörden in Nordrhein-Westfalen und auch in Berlin Ermittlungen gegen Anis Amri geführt. Es wurde unter anderem versucht, gültige Ersatzpapiere für den Islamisten zu beschaffen, um ihn in sein Heimatland abschieben zu können. Die tunesischen Behörden aber übermittelten die angefragten Dokumente erst nach dem Anschlag. Amri hatte in Deutschland seit seiner Einreise im Juli 2015 mehrfach Asyl unter unterschiedlichen Falsch-Identitäten beantragt. Dabei legte er jedoch nie ein Ausweisdokument vor. Insgesamt waren den Behörden 14 Alias-Namen des Extremisten bekannt.

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Kommentare zu "Bericht: Berlin-Attentäter Amri besaß tunesisches Ausweisdokument"

Insgesamt 2 Kommentare vorhanden


Kommentar von moonraker2005
11.07.2017 09:49 Uhr

Smile, was die da jetzt so alles rausfinden. Na das hätte man vielleicht alles viel früher rausfinden können und vielleicht das Atentat damit verhindern.

Kommentar von GoldSaver
11.07.2017 07:21 Uhr

Es ist doch kein Wunder, das er dafür gesorgt hat, das die Papiere nicht gefunden werden. Immerhin lässt sich so ganz einfach die Abschiebung herauszögern, was er ja auch mit Erfolg geschafft hat.